Satzung der Landesjugendvertretung Westfalen e.V.

beschlossen am 19. Mai 2001 in Rietberg

Präambel
Sie beteiligt sich in jugendgemäßer Form an der kirchlichen Arbeit, bringt sich in die bestehenden Strukturen ein und arbeitet gemäß dem reformatorischen Grundsatz "ecclesia semper reformanda" (zu Deutsch: "Die Kirche muss sich stets erneuern") an der kirchlichen Entwicklung und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung mit. Die Landesjugendvertretung bringt die Anliegen von Kindern und Jugendlichen auch außerhalb der Kirche ein. Sie nimmt sich im Rahmen ihrer Aufgaben und Ziele auch der Anliegen nicht-evangelischer Teilnehmerinnen / Teilnehmer und Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter evangelischer Jugendarbeit an. Im Mittelpunkt steht dabei die Arbeit in den Gemeinden der EKvW. Die Landesjugendvertretung setzt sich für kinder- und jugendgemäße Angebote und Gestaltungsräume in allen Gemeinden ein, vor allem um die Förderung einer von Kindern und Jugendlichen selbst verantworteten Jugendarbeit. Dabei ist die Jugendarbeit auf die Unterstützung und Fürsprache der gesamten Kirche angewiesen. Um die Arbeit der ehrenamtlichen jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen, die Interessen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern, von Mitarbeitern /Mitarbeiterinnen bzw. Leiterinnen und Leitern gemeindlicher Jugendarbeit zu vertreten, den Dialog mit anderen religiösen und politischen Gruppen voranzubringen, Angebote der Jugendarbeit zu machen, junge Menschen für ihre Kirche zu interessieren und ihnen in der Kirche Raum zu geben, und um Jugendlichen die Vertretung ihrer Interessen zu ermöglichen, hat sich die Landesjugendvertretung in der EKvW am 19. Mai 2001 die folgende Satzung gegeben.
§ 1 Name und Geschäftsjahr
Der Verein "Landesjugendvertretung – Zusammenschluss ehrenamtlicher Jugendmitarbeiterinnen und Jugendmitarbeiter aus den Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche von Westfalen e.V." (LJV Westfalen, im Folgenden kurz: LJV) hat seinen Sitz in Bochum.  Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.
§ 2 Aufgaben und Ziele der LJV
I. Aufgaben der LJV Der Verein verfolgt als Jugendverband der freien Jugendhilfe ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke im Sinne des Abschnitts "Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung. Zweck des Vereins ist die Förderung der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit, die Jugendpflege, die außerschulische Jugendbildung sowie die Unterstützung ehrenamtlichen bzw. freiwilligen gesellschaftlichen Engagements junger Menschen.
II. Ziele der LJV Der Zweck des Vereins wird insbesondere verwirklicht durch

    * praktische Hilfe in allen Fragen der evangelischen Jugendarbeit
    * Fortbildungsangebote für Jugendliche und Jugendmitarbeiterinnen / Jugendmitarbeiter
    * Aufbringung von Mitteln zur Entlastung bei den finanziellen Eigenleistungen der Fortbildungsteilnehmenden
    * Förderung partizipatorischer und demokratischer Strukturen innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) und der Gesellschaft
    * Förderung selbstbestimmter Organisationsformen für Kinder und Jugendliche
    * Unterstützung der Konfirmandenarbeit
    * Förderung von Kindergottesdienst und Jugendgottesdienst
    * Stellungnahmen zu Fragen der Jugendarbeit und Jugendpolitik
    * Beteiligung an Jugendveranstaltungen der EKvW
    * Beteiligung an und Initiierung von Projekten der Jugendarbeit
    * Organisation von Treffen ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
    * Schaffung und Ausbau von jugend- und zeitgemäßen Kommunikations- und Informationsstrukturen
    * nationalen und internationalen Jugendaustausch
    * aktives Eintreten gegen jede Form der Diskriminierung, insbesondere Rassismus und Fremdenfeindlichkeit
    * aktives Eintreten für die freiheitlich-demokratische Grundordnung und das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen
    * sowie die Teilnahme am konziliaren Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung von Gottes guter Schöpfung.

III. Selbstlosigkeit Der Verein ist selbstlos tätig. Er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.
 IV. Mittelverwendung Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

§ 3 Mitglieder
I. Voraussetzungen für die Mitgliedschaft Mitglieder des Vereins können Jugendliche bis zum Alter von 25 Jahren werden, die ehrenamtlich in der evangelischen Jugendarbeit innerhalb der EKvW tätig sind. Über die Aufnahme entscheidet der Vorstand nach Maßgabe der Delegiertenversammlung.
II. Beendigung der Mitgliedschaft Die Mitgliedschaft endet

   1. durch Austritt, der jederzeit ohne Frist gegenüber dem Vorstand erklärt werden kann
   2. durch Ausschluss durch den Vorstand bei grober Pflichtverletzung nach Anhörung des Mitglieds
   3. mit dem 26. Geburtstag.

Gegen den Beschluss auf Vereinsausschluss kann die Delegiertenversammlung angerufen werden. Diese entscheidet bei ihrer nächsten Tagung. Bis dahin gilt der Beschluss des Vorstandes.
§ 4 Förderer Förderer des Vereins können natürliche und juristische Personen werden. Die Mitgliederversammlung kann Aufnahmekriterien beschließen, im Übrigen entscheidet der Vorstand nach pflichtgemäßem Ermessen. Förderer besitzen im Verein kein Stimmrecht.
§ 5 Beiträge I. Mitgliedsbeiträge Von den Mitgliedern werden keine Beiträge erhoben.
II. Fördererbeiträge Förderer legen ihre Beiträge nach eigenem Ermessen selbst fest. Die Mitgliederversammlung kann einen Mindestbeitrag für natürliche und juristische Personen festsetzen. Jugendliche und junge Erwachsene bis zu ihrem 26. Geburtstag sind von einem Fördererbeitrag befreit.
§ 6 Organe
Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung, die LJV-Gruppen, die Delegiertenversammlung und der Vorstand sowie der Beirat.
§ 7 LJV-Gruppen
Die jeweils in einer Kirchengemeinde aktiven Mitglieder des Vereins bilden eine LJVGruppe. Wo dies sinnvoll ist, können sich Mitglieder im Einvernehmen mit dem Vorstand auch aus unterschiedlichen Kirchengemeinden zu einer LJV-Gruppe zusammenschließen oder für jeden Bezirk oder andere Untergliederung einer Kirchengemeinde eine je eigene LJV-Gruppe bilden. Die Delegiertenversammlung kann für die Bildung von LJV-Gruppen Kriterien bestimmen. Zur Vertretung ihrer Anliegen innerhalb des Vereins wählt jede Gemeindegruppe eine Delegierte / einen Delegierten als Ansprechpartner und stimmberechtigtes Mitglied in der Delegiertenversammlung. Für die Delegierten können Vertreter benannt werden.
§ 8 Delegiertenversammlung
I. Aufgaben der Delegiertenversammlung Beschlussfassendes Organ des Vereins über alle Gegenstände, die nicht gemäß § 11 der Mitgliederversammlung vorbehalten sind, ist die Delegiertenversammlung. Zu den Aufgaben der Delegiertenversammlung gehört insbesondere:

    * den Vorstand zu wählen Mitglieder des Beirates zu wählen
    * Arbeits- und Projektgruppen einzusetzen Vertreter in andere Gremien und Gruppen zu entsenden, soweit dies nicht aus Gründen der Fristwahrung der Vorstand getan hat
    * Positionen der LJV festzulegen einen Haushaltsplan aufzustellen oder den Haushaltsplan des Vorstandes zu genehmigen
    * dem Vorstand Arbeitsaufträge zu erteilen
    * die Geschäftsordnung der Delegiertenversammlung und des Vorstandes zu beschließen
    * eine Wahlordnung zu beschließen.

II. Treffen
Die Delegiertenversammlung ist mindestens einmal im Jahr einzuberufen (ordentliche Delegiertenversammlung), ferner, wenn es das Interesse des Vereins verlangt oder wenn ¼ der Delegierten oder 1/10 der Mitglieder dies beantragen.
III. Einladung Zu den Delegiertenversammlungen lädt der Vorstand unter Angabe einer vorläufigen Tagesordnung alle Delegierten und ihre Stellvertreter schriftlich sowie alle übrigen Vereinsmitglieder in geeigneter Weise (z.B. durch Bekanntgabe im Internet) ein. Die schriftliche Einladung muss mindestens 14 Tage vor der Delegiertenversammlung an die Delegierten verschickt werden. Der Einladung zur jährlichen ordentlichen Delegiertenversammlung ist ein Tätigkeits- und Finanzbericht des Vorstandes beizufügen. Ferner soll die Einladung nötige Unterlagen zur Vorbereitung auf das Treffen enthalten.
IV. Teilnahme-, Rede- und Antragsrecht Teilnahmeberechtigt mit Rede- und Antragsrecht sind alle Vereinsmitglieder, die Mitglieder des Beirats sowie Gäste nach Zulassung durch die Delegiertenversammlung oder den Vorstand. Stimmberechtigt sind nur die Delegierten. Details regelt die Geschäftsordnung.
V. Leitung Die Delegiertenversammlung wählt für die Dauer ihrer jeweiligen Zusammenkunft einen Moderator und eine Moderatorin, die gemeinsam die Delegiertenversammlung leiten. Moderatorin und Moderator sind keine Vorstandsmitglieder.
VI. Beschlüsse Eine ordentlich einberufene Delegiertenversammlung ist stets beschlussfähig. Alle Beschlüsse werden, soweit diese Satzung nichts anderes bestimmt, mit einfacher Mehrheit der anwesenden Delegierten gefasst. Die Beschlüsse und wesentlichen Diskussionsergebnisse werden in einem Protokoll festgehalten. Die Protokollführung obliegt dem Vorstand. Das Protokoll ist von der Moderatorin und dem Moderator der jeweiligen Delegiertenversammlung zu unterzeichnen.
VII. Beschlüsse im Umlaufverfahren Beschlüsse der Delegiertenversammlung können auch ohne Zusammenkunft der Delegierten gefasst werden, wenn ihnen die Mehrheit der Delegierten schriftlich zustimmt. Dieses Umlaufverfahren wird vom Vorstand koordiniert.
§ 9 Vorstand
I. Aufgaben des Vorstands Der Vorstand führt die Geschäfte des Vereins, setzt die Beschlüsse der Delegiertenversammlung und der Mitgliederversammlung um und ist für die kontinuierliche Realisierung der Vereinsanliegen zuständig.
II. Zusammensetzung des Vorstands Der Vorstand besteht aus mindestens 5 und höchstens 9 Vereinsmitgliedern. Die Delegiertenversammlung legt vor der Wahl die Zahl der Vorstandsmitglieder fest. Eine Paritätische Besetzung des Vorstandes mit Männern und Frauen ist anzustreben. Mindestens zwei Vorstandsmitglieder sollen volljährig sein.
III. Wahl Die Delegiertenversammlung wählt in drei geheimen Wahlgängen mit einfacher Mehrheit - einen Vorsitzenden / eine Vorsitzende - einen stellvertretenden Vorsitzenden / eine stellvertretende Vorsitzende - die weiteren Vorstandsmitglieder. Die Delegiertenversammlung kann einzelne Vorstandsmitglieder mit bestimmten Arbeitsbereichen betrauen. Die Wahl erfolgt für zwei Jahre. Vorstandsmitglieder bleiben jedoch bis zur Neubesetzung ihrer Stellen im Amt. Wiederwahl ist zulässig. Scheidet ein Vorstandsmitglied vorzeitig aus, so kann die Delegiertenversammlung den freien Vorstandsplatz per Nachwahl neu besetzen. Näheres regelt die Wahlordnung.
IV. Vertretungsberechtigung Der / die Vorsitzende sowie der / die stellvertretende Vorsitzende sind allein vertretungsberechtigt. Im übrigen sind jeweils zwei Mitglieder des Vorstandes gemeinschaftlich vertretungsberechtigt im Sinne des § 26 BGB.
§ 10 Beirat
I. Aufgaben und Arbeitsweisen des Beirats Die Delegiertenversammlung kann zur Unterstützung der Arbeit der LJV Westfalen fachkundige Personen für unbestimmte Zeit in den Beirat wählen. Der Beirat arbeitet selbstständig, er kann sich eine Beiratsordnung geben. Delegiertenversammlung, Mitgliederversammlung und Vorstand können den Beirat um Stellungnahmen, Gutachten oder sonstige Ausarbeitungen bitten. Der Beirat ist den Aufgaben und Zielen des Vereins verpflichtet und trägt mit seiner Arbeit zu ihrer Umsetzung bei.
II. Zusammensetzung und Wahl des Beirats Personen, die in den Beirat gewählt werden sollen, müssen nicht Vereinsmitglieder sein und müssen nicht die Kriterien für eine Mitgliedschaft erfüllen. Die Delegiertenversammlung wählt Mitglieder des Beirats mit mindestens 2/3 Mehrheit der Anwesenden. Für eine Abberufung aus dem Beirat genügt eine einfache Mehrheit. Beiratsmitglieder können ihre Tätigkeit jederzeit beenden. Der Vorstand ist zu den Beirats-Sitzungen einzuladen.
§ 11 Mitgliederversammlung
I. Aufgaben der Mitgliederversammlung Die Aufgaben der Mitgliederversammlung sind: Änderungen der Satzung zu beschließen Beiträge der Förderer sowie deren Aufnahmekriterien festzusetzen den Verein gegebenenfalls aufzulösen.
II. Einladung Die Mitgliederversammlung tritt nur bei Bedarf auf Einladung des Vorstandes, auf Beschluss der Delegiertenversammlung oder wenn dies ¼ der Delegierten oder 1/10 der Mitglieder beim Vorstand beantragen zusammen. Zur Mitgliederversammlung sind alle Mitglieder des Vereins einzuladen. Die schriftliche Einladung muss mindestens 4 Wochen vor der Mitgliederversammlung an alle Mitglieder verschickt werden.
III. Beschlüsse Eine ordentlich einberufene Mitgliederversammlung ist stets beschlussfähig. Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder gefasst, Satzungsänderungen bedürfen der Zustimmung von mindestens 2/3 der anwesenden Mitglieder. Die Vereinsauflösung kann nur mit einer ¾ Mehrheit der anwesenden Mitglieder beschlossen werden. Die Beschlüsse und wesentlichen Diskussionsergebnisse werden in einem Protokoll festgehalten. Die Protokollführung obliegt dem Vorstand. Das Protokoll ist von zwei Vorstandsmitgliedern sowie zwei weiteren Vereinsmitgliedern zu unterzeichnen.
§ 12 Auflösung des Vereins
Die Auflösung des Vereins kann nur beschlossen werden, wenn die Mitgliederversammlung zu diesem Zweck einberufen worden ist. Bei Auflösung des Vereins fällt das Vermögen zur Förderung der ehrenamtlichen Jugendarbeit an die Evangelische Kirche von Westfalen, die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke zu verwenden hat.

Kirchliche Jugendarbeit

Jugendarbeit ist eines der wichtigsten kirchlichen Handlungsfelder. Sie wird in erster Linie getragen von den in ihr engagierten Kindern und Jugendlichen. Die Landesjugendvertretung versteht sich als selbstorganisierter Teil evangelischer Jugendarbeit und der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW).