18.06.2002

Protokoll: 13. LJV-Treffen

Kategorie: LJV-Treffen
Protokoll des 13. LJV-Treffens   (zugleich 3. Delegiertenversammlung des Vereins)   14. bis 16. Juni 2002 in Hattingen

Protokoll des 13. LJV-Treffens

(zugleich 3. Delegiertenversammlung des Vereins)

14. bis 16. Juni 2002 in Hattingen



1. Formales

Die Einladung ist allen Delegierten rechtzeitig zugegangen.


2. Arbeitsgruppen

2.1 AG Gottesdienst-Check

Die Gruppe hat die bestehende Checkliste überarbeitet. In Absprache mit dem Vorstand will sie eine geeignete Publikationsform finden und auch über die Medien auf die Aktion aufmerksam machen.

2.2 AG Partizipation in den Kirchenkreisen

Zu den Beteiligungsstrukturen hatte die LJV in den letzten Monaten mehrfach die Kirchenkreise (KK) befragt. Der Rücklauf war mit 8 KK wieder sehr bescheiden. Die AG hat die Ergebnisse ausgewertet. Der Vorstand wird beauftragt, bei den KK, die bisher nicht geantwortet haben, weiter nachzuhaken und offene Fragen zu klären, die sich z.T. noch aus den Antworten und Unterlagen der 8 bisher aktiven KK ergeben haben.

Die AG hat weitere Punkte für das Grundsatzprogramm der LJV gesammelt. Gerade auf übergemeindlicher Ebene gibt es kaum direkte Entscheidungsmöglichkeiten für Jugendliche, z.B. zur Verwendung der Jugendetats, zur Personalentwicklung oder zum „Ressourcen-Einsatz“ auf KK-Ebene.

2.3 AG Politik

Die Gruppe hat sich aufgegliedert und mit 2 Themen beispielhaft beschäftigt.

a) Zum einen ging es um die Frage der Integration von Ausländern. Die Delegierten diskutierten anhand der Partei- und Wahlprogramme und der Presseberichterstattung der letzten Wochen ihre Positionen. Im Plenum wurden die Ergebnisse sehr unterschiedlich aufgenommen. Es zeigte sich, dass es keine klare Jugend-Position zu diesem emotionalen, gleichwohl sehr wichtigen Thema, gibt. Eine Vertiefung war in der nötigen Intensität während der Tagung nicht mehr möglich, das Thema soll bei einem späteren LJV-Treffen aufgegriffen werden.

Im Hinblick auf die Arbeit der LJV ergibt sich wie aus vielen anderen Politikfeldern die Notwendigkeit, klare evangelische, jugendliche Positionen zu finden und ansonsten Raum für die individuellen Meinungen der Mitglieder zu lassen. Vorbehalte deutscher Jugendlicher gegenüber Ausländern sollten nicht einfach mit Aktionsprogrammen geplättet werden. Ängste und schlechte Erfahrungen lassen sich nicht wegdiskutieren. Der Vorstand wird beauftragt, das Thema weiter aufzuarbeiten.

b) Zum anderen ging es um das geänderte Jugendschutzgesetz. Am Freitag erst hatte der Bundestag die Neuregelung beschlossen. Kernpunkte darin sind: Zigaretten sollen nicht mehr an Jugendliche unter 16 verkauft werden (Automaten müssen entsprechend umgerüstet werden) und die „Indizierung“ von „Gewaltvideos“ und „-spielen“, Pornografie u.ä. wurde erleichtert. Die Bundesprüfstelle für jungendgefährdende Medien darf nun auch von sich aus aktiv werden (über „Zensur“ wurde trotzdem in der Öffentlichkeit nie gesprochen).

Die AG kritisiert vor allem, dass mal wieder ein Gesetz für Jugendliche über ihre Köpfe hinweg gemacht worden ist. Statt „Beteiligungsspielchen“ a la „mitmischen.de“ sei es nötig, mit Kompetenz in eigener Sache ernst genommen zu werden.

Der Vorstand hatte in diesem Punkt bereits vor längerem einen Schriftwechsel mit einem Landtags-Abgeordneten, der diese Kritik jedoch nicht verstanden hat.

Der Vorstand wird beauftragt, Jugendministerin Bergmann noch einmal zu schreiben. Zu den einzelnen Regelungen wurde keine einheitliche Linie diskutiert.



3. Die LJV in ihrer EKvW

a) Christoph Urban berichtet vom Prozess „Reform der Gremien“. Derzeit sieht es nicht danach aus, dass sich der LJV-Vorschlag durchsetzt, der im neuen Reader „Wir mischen uns ein“ veröffentlicht ist (und auch im Internet bei www.landesjugendvertretung.de steht). Die Gespräche laufen allerdings noch.

Der LJV ist wichtig:

- Jugendliche nicht nur zu beteiligen, sondern ihre eigenen Angelegenheiten auch selbst (=intern) regeln zu lassen

- Strukturen so offen zu lassen, dass sich in ihnen jederzeit Jugendliche wiederfinden können (Stichwort: „Westfälischer Jugendtag“ als zentrale Veranstaltung ohne Quote etc.)

- die Kraft und Energie und Kohle, die Kirche für Jugendarbeit bereit stellt, nicht in Aktionen zu verbraten, mit denen Jugendliche gefügig gemacht werden sollen, sondern aktiv die Wünsche Jugendlicher zu realisieren.

b) Die LJV beteiligt sich am Jugendtag in Schwerte am 14. September 2002. Details soll der Vorstand mit dem Amt für Jugendarbeit klären.



4. Grundsatzprogramm

Der Vorstand stellt seine bisherige Sammlung für das „Grundsatzprogramm“ der LJV vor. Es basiert auf den bisherigen Beschlüssen und Aktionen. Im Plenum wird die Sammlung diskutiert und ergänzt. Der Vorstand soll die Liste ergänzen und in einen lockeren Text fassen, der beim nächsten Treffen beraten wird.

Für das fünfjährige LJV-Bestehen im nächsten Jahr wird eine „Best of“-Publikation angestrebt.



5. Verbandliches

Für Melanie Frerich, die aus dem Vorstand ausgeschieden ist, wird Martin Sellner aus Sprockhövel (16) einstimmig nachgewählt.



6. Verschiedenes

Im nächsten Jahr soll ein offenes Angebot für ein Zeltlager gemacht werden – evtl. über Pfingsten. Details sollen beim übernächsten Treffen (Nr. 15) besprochen werden.