20.02.2002

Protokoll: 12. LJV-Treffen

Kategorie: LJV-Treffen
Protokoll der 2. Delegiertenversammlung der Landesjugendvertretung Westfalen e.V. 16. und 17. Februar 2002 in Münster (12. LJV-Treffen seit Gründung 1998)

Protokoll der 2. Delegiertenversammlung der Landesjugendvertretung Westfalen e.V.
16. und 17. Februar 2002 in Münster
(12. LJV-Treffen seit Gründung 1998)

Anwesend: Delegierte aus den Kirchenkreisen Bochum, Hagen, Lippstadt, Tecklenburg, Münster, Hattingen-Witten, Steinfurt-Coesfeld-Borken

1. Formalien:

Die Einladung zur Delegiertenversammlung (Treffen) ist den Mitgliedern der Landesjugendvertretung (LJV) ordentlich zugegangen. Sie ist damit beschussfähig (§ 8 VI.)

Gemeinsam wir die Tagesordnung festgelegt.

2. Berichte aus den Gemeinden, Regionen und Kirchenkreisen.

Die Teilnehmer berichten von aktuellen Projekten und Ereignissen in ihren Arbeitsumfeldern. Die Einzelheiten sollen nicht im Protokoll festgehalten werden.

3. Vorstandsberichte

- Jens Wollesen berichtet über den Finanzstand. Seine Prüfung der Geschäftsführung ergab keine Beanstandungen. (s. Anlage)

4. Schwerpunktthema „Partizipation“

Beteiligung Jugendlicher an Entwicklungen der Kirche werden seit eh und je eingefordert – und offen widerspricht diesem Anliegen niemand. So hat die Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) zum Thema „Kinder Jugend Kirche“ 1997 festgelegt:

„Eine zum Glauben einladende Kirche ist eine kinder- und jugendfreundliche Kirche. Sie lässt sich durch Kinder und Jugendliche prüfen, lernt von und mit ihnen und lädt sie zur Mitgestaltung von Gemeinde und Gesellschaft ein.“

Auf der Grundlage dieses Interesses an jugendlicher Beteiligung hat sich 1998 die Landesjugendvertretung gegründet, nachdem die Landessynode beschlossen hatte: „Die Landessynode bittet die Kirchenleitung, die entstehende Selbstvertretungsstruktur im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit zu ermöglichen und zu fördern.“ Zu dieser Struktur gehören auch Zusammenschlüsse in den Gemeinden (Gemeindejugendvertretung = GJV) und  Jugendvertretungen / kirchliche Jugendparlamente in den Kirchenkreisen (Kreiskirchliche Jugendvertretung = KJV). Gemeinsam ist all diesen Formen, dass sie von Jugendlichen selbst entwickelt und gestaltet werden; sie bedürfen keiner offiziellen Anerkennung oder gar Genehmigung durch ein kirchliches Gremium. Dafür vertreten sie stets auch nur – wie alle Gremien – die in ihnen organisierten Jugendlichen.

Die kirchenoffiziellen Gremien für Jugendarbeit sind:

- in der Gemeinde der Jugendausschuss des Presbyteriums

- in den Kirchenkreisen der Jugendausschuss der Kreissynode

- für die gesamte Landeskirche die Jugendkammer der Kirchenleitung.

In diesen kirchenoffiziellen Strukturen kommen Jugendliche kaum vor. So wird der derzeit einzige Jugendliche (und zugleich einzige Ehrenamtliche) in der Jugendkammer (bei insgesamt rund 30 Mitgliedern) von der LJV gestellt. Jugendliche hier stärker einzubinden, ist der erklärte Wille der meisten Verantwortlichen dieser Gremien. Diese stärkere Einbindung Jugendlicher wird unter dem Begriff „Partizipation“ (Teilhabe) diskutiert.

Dazu wurde von der Jugendkammer im Dezember 2000 eine „Steuerungsgruppe“ eingesetzt. Sie sollte die bestehenden Strukturen überprüfen und ggf. Vorschläge für eine Neuorganisation erarbeiten. In dieser Steuerungsgruppe war die LJV mit 2 Personen vertreten, die wiederum die einzigen Ehrenamtlichen waren.

Aus der Steuerungsgruppe hatten die LJV-Vertreter kontinuierlich berichtet. Die LJV hatte dabei zeitig ein komplettes Modell vorgestellt(http://www.forum-jugendarbeit.de/LJV/ag_steuerungsgruppe_ljv.htm).  Nach fünf Sitzungen der Steuerungsgruppe ohne Ergebnisse hatte die LJV im Mai 2001 darum gebeten, die Hauptamtlichen sollten zunächst ihre internen Probleme austragen und dann mit konstruktiven Vorschlägen kommen. Die Steuerungsgruppe selbst interpretierte dies seinerzeit als Ausstieg der LJV-Vertreter. Am Ende hatte jedoch auch eine Steuerungsgruppe ohne LJV nichts zu bieten.

Darauf setzte die Jugendkammer Anfang 2002 eine neue Beratungsgruppe „Reform der Gremien“ unter Moderation von Dr. Heike Hengstenberg ein. In dieser wirkt erneut Christoph Urban für die LJV mit.

Die LJV beschließt, die Diskussion innerhalb der Evangelischen Jugend nochmal auf breite Beine zu stellen und einen neuen „Reader“ zu veröffentlichen. Themenschwerpunkt soll die Selbstvertretung Jugendlicher sein sowie die Partizipation an gesamtkirchlichen Strukturen. Da bisher auf Landesebene kaum Jugendliche zu Wort kommen, soll ihnen hier eine Stimme gegeben werden.

5. Weitere Themen und Beschlüsse

- Die LJV nimmt sich vor, den Gottesdienst-Check upzudaten und nach Möglichkeiten zu suchen, ihn breiter bekannt zu machen. Auch die Ausdehnung auf Kritik Erwachsener soll überlegt werden. Die AG arbeitet daran weiter.

- Für die nächsten Treffen sollen T-Shirts bedruckt werden. Bisher investiert die LJV kaum in „Promotion“. In der Diskussion wird deutlich, dass Werbung kein Selbstzweck sein dürfe. Jugendliche zu erreichen gehört aber zu den Kernaufgaben der LJV. Da weiterhin an vielen Stellen absichtlich oder unabsichtlich der Informationsfluss zu den Ehrenamtlichen hin unterbrochen ist, muss die LJV auch auf „Breiten-PR“ setzen.

- LJV-Treffen sollen künftig dreitägig sein und bereits freitags beginnen. Allerdings soll das Programm so geplant werden, dass auch eine Teilnahme erst ab Samstag möglich bleibt.

- Die LJV beteiligt sich am Jugendtag in Villigst am 14. September.

6. Verbandliches

- Im Vorstand ist derzeit ein Platz vakant. Die bisherige 2. Vorsitzende ist ausgeschieden. Die Delegiertenversammlung beauftragt das Vorstandsmitglied Jens Wollesen mit diesem Amt und beschließt, beim nächsten Treffen den freien Platz zu besetzen.

- Mit der Vertretung in der Jugendkammer wird weiterhin Christoph Urban beauftragt, seine Vertretung soll Jens Wollesen übernehmen.

- In der Arbeitsgemeinschaft der Landesjugendvertretungen (agljv) soll Westfalen weiterhin von Nicole Howe und Timo Rieg vertreten werden. Für den Informationsfluss über den Vorstand ist gesorgt.

- Die LJV stützt die Delegation von Nicole Howe in die aej, die vom jugendpolitischen Ausschuss der Jugendkammer vorgenommen wird (denn Mitglied der aej ist die Landeskirche, nicht die LJV), und bittet sie, von den Vollversammlungen der aej und den vorbereitenden Treffen (KoLJa u.a.) zeitnah zu berichten.

7. Aufträge an den Vorstand

- In einigen Landeskirchen gibt es pauschale Unkostenerstattungen oder sogar Aufwandsentschädigungen für Jugendmitarbeiter. Der Vorstand soll vorhandene Optionen prüfen.

- Bis zum Jahresende soll der Vorstand den Vorschlag für eine Geschäftsordnung präsentieren.

- Bis zum nächsten Treffen sollen erste Ideen für das „Grundsatzprogramm“ der LJV entwickelt werden. Hierzu bildet sich eine Projektgruppe.

8. Nächstes Treffen

Zum nächsten LJV-Treffen laden Jugendliche aus dem Kirchenkreis Hattingen-Witten ein: Vom 14. bis 16. Juni 2002 in der Evangelischen Kirchengemeinde Bredenscheid-Stüter, Johannessegener Straße 35, 45527 Hattingen.