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Das neu gewählte Presbyterium

Nach einer Wahl kommt ein neues Presbyterium zusammen. Wobei natürlich nur ein Teil der Presbyter neu sein wird. Bei der Wahl 2008 wird ja ohnehin letztmalig nur die Hälfte der Presbyterplätze neu besetzt, aber auch sonst wird es immer Mitglieder geben, die bereits in der vorangegangenen Amtsperiode Presbyter waren. In dieser Mischung aus "alten Hasen" und "Neulingen" liegt eine Chance - wenn man sie denn richtig nutzt.

Kirchenwahl EKvW Dazu gehört: Die neuen Presbyter brauchen eine Einarbeitungszeit. Dabei sollten sie nicht einfach von den erfahrenen Presbytern auf Linie gebracht werden ("schaut euch mal an, wie wir das hier so machen"), sondern sie brauchen Raum, ihre eigenen Ideen und Sichtweisen einzubringen. Die Neuen sollten daher erstmal eine Einführung in die Aufgaben des Presbyteriums bekommen - am besten durch externe Fachleute. Regelmäßig werden dazu z. B. Seminare angeboten, die Gemeinde kann aber auch einen eigenen Workshop für ihre Neu-Presbyter organisieren. Eine gute Anlaufstelle dafür ist der Bereich Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung im Amt für missionarische Dienste (Olpe 35, 44135 Dortmund, Tel.: 0231-5409-62), im Internet unter www.gb-westfalen.de

Dabei geht es aber nicht nur darum, Fakten zu lernen (Was steht in der Kirchenordnung? Welche Vorschriften habe ich als Presbyter zu beachten?), es muss vor allem auch darum gehen, ein Verständnis von seinem Presbyteramt zu entwickeln. Ganz hervorragend und von uns dringend empfohlen ist das Buch "Gemeinde von morgen gestalten - Modelle und Methoden des Gemeindeaufbaus" von Jan Hendriks (1996). Das Buch ist im Handel allerdings nicht mehr verfügbar, nur noch antiquarisch - aber vielleicht steht es ja im Bücherregal der Gemeinde, denn es ist auch von der EKvW damals empfohlen worden. Erhältlich und ebenfalls empfehlenswert ist Hendriks Nachfolgebuch "Gemeinde als Herberge. Kirche im 21. Jahrhundert - eine Utopie".

Das Buch sollte jeder engagierte Presbyter lesen - im Idealfall verständigt sich darauf das gesamte Presbyterium und beschäftigt sich dann mit den zentralen Aussagen darin. Eine der wichtigsten Positionen (die keineswegs nur von Hendriks so vertreten werden): Leiten heißt dienen. Gemeindeleitung ist gerade nicht die Chefabteilung, die eigenmächtig entscheidet, sondern sie koordiniert die Aktivitäten der Gemeinde und sorgt dafür, dass sich alle einbringen können, - damit die Gemeinde "ein Leib" wird (Epheser 4,15-16: "Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, dass der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe.")

Ein anderer Punkt, der aus unserer Sicht sehr wichtig ist: der Austausch mit Presbytern anderer Gemeinden, aber auch mit anderen Gruppen und Organisationen. Der Blick über den eigenen Kirchturm hinaus kann enorm bereichern. Es beginnt schon damit, dass kein Problem, keine Aufgabenstellung einer Gemeinde einzigartig ist. Alles kommt auch in anderen Gemeinden vor, vieles in jeder. Da muss eben nicht in jeder Gemeinde einzeln das Rad erfunden werden - ein Austausch mit anderen kann erprobte Ideen und Lösungswege aufzeigen.

Presbyter sollten offen sein für andere Meinungen. Gerade das gehört zu ihrem Dienst: Nicht einfach das zu tun und so zu entscheiden, wie sie es selbst gerade für richtig halten, sondern sich mit den vielen Positionen, die es zu einem Thema gibt, auseinander zu setzen und sie abzuwägen. Einen Beitrag dazu bieten viele Publikationen: Von der Kirchenzeitung "Unsere Kirche" angefangen über viele Fachmagazine, Newsletter, Blogs etc. Die LJV veröffentlicht dazu im Internet auf ihrer Homepage www.landesjugendvertretung.de regelmäßig Hinweise, in erster Linie zwar zum Bereich der Jugendarbeit, aber in wichtigen oder besonders innovativen Fällen auch aus allen anderen Bereichen unseres kirchlichen Lebens.