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Fürs Presbyteramt kandidieren

Die Presbyterwahl 2008 bietet nicht nur die Möglichkeit, durch aktive Wahlteilnahme mitzuentscheiden, wer die künftige Gemeindeleitung bilden soll, sondern sie bietet auch die Chance, dazu eigene Kandidaten "ins Rennen zu schicken".

Kirchenwahl EKvW Da Jugendliche einen beachtlichen Teil der Gemeinde bilden - u. a. mit den Konfirmanden sogar einen sehr präsenten - sollten auch Jugendliche an der Gemeindeleitung beteiligt werden. Dafür gibt es aber zwei Hürden:

1. Die Jugendlichen dürfen gar nicht so jugendlich sein, sie müssen nämlich am Wahltag (24. Februar 2008) schon volljährig sein.
2. Die Jugendlichen müssen als Kandidaten vorgeschlagen werden und dafür von zehn Wahlberechtigten unterstützt werden.

Warum sollten Jugendliche kandidieren?

* Um unabhängig vom Wahlausgang zu zeigen, dass sie in ihrer Kirchengemeinde mitmischen.
* Um jugendliche Positionen in das Presbyterium einbringen zu können.
* Um Bindeglieder zu haben zwischen (selbstständiger) Jugendarbeit und Gemeindeleitung.

In der Zeit zwischen dem 29. Oktober und 4. November 2007 muss in jeder Kirchengemeinde eine Gemeindeversammlung stattfinden, bei der die Presbyterwahl erläutert wird. Hier können dann direkt Kandidaten benannt werden - und recht einfach auch die benötigten 10 Unterstützerunterschriften gesammelt werden. Ab der Gemeindeversammlung sind noch 10 Werktage Zeit, schriftlich Kandidaten zu benennen.

Wer kann nicht für das Presbyter-Amt kandidieren?

* Wer am Wahltag noch nicht 18 ist
* Wer mit einem Mitglied des Presbyteriums der Gemeinde verwandt ist (darunter fallen auch die Pfarrerskinder)
* Wer bei der Kirche beschäftigt ist

Es gibt noch einen schönen Absatz der Kirchenordnung, der zumindest gegen Nachberufungsvorschläge bei Jugendlichen schon häufig ins Feld geführt wurde: "Das Amt einer Presbyterin oder eines Presbyters kann nur solchen Gemeindegliedern übertragen werden, die durch Besuch des Gottesdienstes und durch Teilnahme am heiligen Abendmahl sowie durch gewissenhafte Erfüllung der übrigen Pflichten eines evangelischen Gemeindegliedes sich als treue Glieder der Gemeinde bewährt haben, einen guten Ruf in der Gemeinde besitzen und mindestens 18 Jahre alt sind." (Artikel 36 der Kirchenordnung)

Sollte es tatsächlich Bedenken gegen Jugend-Kandidaten geben, weil sie zu selten im Gottesdienst gesehen wurden, dann verweist darauf, dass Gottesdienste nicht nur sonntags um 9.30 Uhr in der Kirche stattfinden und Jugendliche bei diesen anderen (Jugend-)Gottesdiensten eher anzutreffen sind.

Wahl entfällt?

Es gibt da noch etwas ganz Kurioses bei der Presbyterwahl: Die findet nämlich gar nicht erst statt, wenn es exakt so viele Kandidaten wie freie Plätze gibt. Die Gemeinden sind zwar gehalten, mehr Bewerber zu finden - aber in der Vergangenheit wurden stets in mehr als der Hälfte aller Gemeinden genau so viele Bewerber gefunden, wie Plätze vorhanden waren. Somit wurde im Jahr 2004 z. B. nur in etwa 40 Prozent unserer Kirchengemeinden gewählt.

Der Verzicht auf eine Wahl sollte in jedem Fall verhindert werden - lieber mehr Kandidaten ins Spiel bringen! Denn, wer immer für ein Presbyteramt kandidiert - er soll wissen, welche Zustimmung er dabei in der Gemeinde hat. Also: Auf jeden Fall eigene Kandidaten ins Rennen schicken.

Kandidaten finden

Es gibt auch aus Sicht der Jugendarbeit nicht "den" Ideal-Kandidaten für das Presbyterium.

* Da ist natürlich an diejenigen zu denken, die in der Kirchengemeinde ohnehin sehr aktiv sind, als Mitarbeiter im Jugendtreff etwa, als Konfi-Begleiter oder als Vorsitzende der Gemeindejugendvertretung. Solche Leute können natürlich besonders gut die Interessen der Jugendarbeit einbringen.
* Es gibt aber auch junge Erwachsene, die in der aktiven Jugendarbeit nicht (mehr) aktiv sind, gleichwohl aber gute Kontakte zu anderen Jugendlichen der Gemeinde haben (z. B. über den Fußballverein). Sie sollten natürlich mit Kirche etwas verbinden und das Presbyterium nicht losgelöst als elitären Club sehen, dem sie gerne angehören möchten. Aber: Geeignete "Presbyteriums-Politiker" kann man auch außerhalb der hoch-aktiven Gemeinde suchen.
* Und es gibt sicherlich viele Erwachsene, die sich sehr engagiert für die Jugend im Presbyterium verwenden würden. Zum Beispiel Eltern von kirchenaktiven Jugendlichen, die bisher selbst nicht aktiv mitarbeiten, also quasi "unvorbelastete Neueinsteiger" sind.

Die Presbyteriums-Sitze werden für vier Jahre vergeben - aber das bedeutet nicht, dass man wirklich gezwungen wäre, die ganze Zeit dabei zu bleiben, wenn es z. B. beruflich nicht mehr geht. Eine Kandidatur sollte zwar nicht nur aus einer spontanen Laune heraus erfolgen, aber wer nach zwei Jahren den Studienort wechselt oder aus anderem Grund nicht mehr mitarbeiten kann, der legt sein Amt eben nieder, das Presbyterium kann dann jemanden auf den freien Platz nachberufen.