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Gemeindejugendvertretung (GJV)

Das staatliche Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG / SGB VIII) wie auch der kirchliche Erziehungsauftrag verlangen, dass Kinder und Jugendliche Eigenverantwortlichkeit lernen können. Dies verlangt ein Wechselspiel zwischen Hilfestellung einerseits und Autonomie andererseits. Jugend soll sich in Kirche und Gesellschaft entfalten können, soll sich einbringen, eigene Idee entwickeln und verwirklichen, - und bei alledem nach Möglichkeit unterstützt werden.

LJV - Verband der Gemeindejugend(vertretungen)

Der Part der Erwachsenen ist dabei u. a. in Artikel 203 Kirchenordnung geregelt:

"(1) Das Presbyterium ist für den Dienst an der konfirmierten Jugend verantwortlich. Die Jugendarbeit der Gemeinde geschieht in Verbindung mit den bestehenden Jugendwerken. Das Presbyterium stellt die notwendigen Räume und Mittel zur Verfügung. Wo es notwendig ist, sorgt es für die Anstellung haupt- und nebenberuflicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Dienst der Gemeinde an der Jugend erfolgt durch Jugendgottesdienste und den evangelischen Religionsunterricht in den Schulen sowie durch offene Angebote. Jede Gemeinde hat dafür zu sorgen, dass sich die Jugend in jugendgemäßen Gruppen unter Gottes Wort sammeln kann. Die Jugend soll sich durch rege Mitarbeit am Leben der Gemeinde beteiligen und mit ihr in lebendiger und ständiger Verbindung bleiben.

(2) Die evangelischen Jugendwerke sind in der Jugendkammer der Evangelischen Kirche von Westfalen zusammengefasst. Sie ist für die Ausrichtung und Förderung der gesamten Jugendarbeit im Gebiet der Evangelischen Kirche von Westfalen verantwortlich. Die Jugendkammer steht unter der Leitung der Landesjugendpfarrerin oder des Landesjugendpfarrers. Innerhalb des Kirchenkreises ist die Kreisjugendpfarrerin oder der Kreisjugendpfarrer für die Durchführung und Zusammenfassung der Jugendarbeit verantwortlich."

Das heißt: Es ist eine Pflichtaufgabe des Presbyteriums, sich um die Jugend und ihre Jugendarbeit zu kümmern. Die Letztverantwortung bleibt wie bei allem beim Presbyterium, aber die Jugend soll auch ihr eigenes Ding machen können. Das gehört zum evangelischen Profil.

Der Part der Jugend ist in der Kirchenordnung - oder an anderer Stelle des Kirchenrechts - bisher nicht geregelt. Die LJV schlägt vor, dass die Gemeinden ihrer Jugend Autonomie zubilligen, indem sie die Bildung eigener Jugendgremien fördern. Das kann im einfachsten Fall ein Jugendmitarbeiterkreis sein: Analog zum oben beschriebenen Mitarbeiterkeis der Gemeinde kommen dabei nur die jugendlichen Mitarbeiter zusammen und beraten über die Jugendarbeit - woraus dann auch Anträge ans Presbyterium (z. B. zur Finanzierung) oder an die hauptamtlichen Mitarbeiter (z. B. auf Unterstützung eines Projekts) folgen können.

Eine strukturierte Form ist die "Gemeindejugend-Vertretung (GJV)", die in jeder Kirchengemeinde oder in jedem Bezirk gebildet werden kann. Nachfolgend ein (aktualisiertes) Beispiel für eine GJV-Satzung.

Mustersatzung Gemeindejugendvertretung

(1) Mit der Einrichtung der Gemeindejugend-Vertretung (GJV) soll den Jugendlichen der Gemeinde die Mitverantwortung an der Gemeinde und die selbständige, demokratische Regelung eigener Angelegenheiten ermöglicht werden.

(2) Die GJV organisiert sich in einer Vollversammlung, einem Mitarbeiterkreis (bzw. einer Leiterrunde) und einem Vorstand.

(3) Zu den Aufgaben der GJV gehören in dem vom Presbyterium festzulegenden Rahmen insbesondere
* die inhaltliche Planung der Jugendarbeit,
* die Meinungsbildung zu allen kirchlichen Themen,
* die Verwaltung des vom Presbyterium zur Verfügung gestellten Etats für Jugendarbeit nach den Richtlinien der Kirchenordnung,
* die Verwaltung der Jugendräume,
* die Beratung in Personalfragen der Gemeinde,
* die Entsendung von Vertretern in kirchliche und jugendpolitische Gremien, wobei die Delegierten nicht unbedingt stimmberechtigte Mitglieder der GJV sein müssen,
* die Zusammenarbeit mit anderen Jugendverbänden.

(4) Zur GJV-Vollversammlung sind alle Kinder und Jugendlichen der Gemeinde bis 25 Jahre eingeladen und stimmberechtigt. Sie wird mindestens einmal im Jahr durch Bekanntmachung (mindestens zwei Wochen vor dem Termin) vom GJV-Vorstand einberufen und geleitet, um Grundsatzfragen zu klären, Probleme öffentlich zu machen und Ziele für die gemeindliche Jugendarbeit zu benennen. Die GJV-Vollversammlung kann Beschlüsse mit einfacher Mehrheit fassen. Der Vorstand ist an die Beschlüsse gebunden.

(5) Zum GJV-Mitarbeiterkreis gehören als stimmberechtigte Mitglieder
* ein Vertreter jeder Gruppe evangelischer Jugend, bei mehr als 15 regelmäßigen Teilnehmern ein zweiter Vertreter,
* zwei Vertreter jedes Jugendarbeitsbereiches, der sich nicht als Gruppe versteht, wie der Offenen Tür, Projekten oder der Freizeitarbeit.

Das Höchstalter der Stimmberechtigten beträgt 29 Jahre. Die Gruppen und Arbeitsbereiche wählen ihre Vertreter für den GVJ-Mitarbeiterkreis jeweils auf ein Jahr; kann oder will ein Vertreter nicht mehr teilnehmen, wählt die Gruppe oder der Arbeitsbereich (einen) neue(n) Vertreter.

Beratend gehören dem GJV-Mitarbeiterkreis auch Jugendmitarbeiter über 29 Jahre sowie die haupt- und nebenamtlich in der gemeindlichen Jugendarbeit Tätigen an.

Der GJV-Mitarbeiterkreis trifft sich nach Bedarf, außerhalb der Schulferien in der Regel einmal pro Monat, mindestens aber einmal im Jahr zur Wahl des Vorstandes.

Der GJV-Mitarbeiterkreis kann Beschlüsse mit einfacher Mehrheit fassen. Der Vorstand ist an diese Beschlüsse gebunden.

(6) Der GJV-Vorstand bildet die Geschäftsführung der GJV.
Der GJV-Vorstand besteht aus drei bis sieben Jugendlichen, die bei der Wahl nicht älter als 25 Jahre sein dürfen. In getrennten Wahlgängen werden vom GJV-Mitarbeiterkreis für den GJV-Vorstand für ein Jahr gewählt:
* eine Vorsitzende bzw. ein Vorsitzender
* ein stellvertretender Vorsitzender bzw. eine stellvertretende Vorsitzende
* ein bis fünf weitere Jugendliche.
Die Zahl der zu wählenden Vorstandsmitglieder wird vor Wahlbeginn vom GJV-Mitarbeiterkreis beschlossen.

Die Sitzungen des GJV-Vorstands sind öffentlich. Soweit in Ausnahmefällen die Mehrheit dies für erforderlich hält, berät der Vorstand einzelne Punkte der Tagesordnung unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Ergebnisse der Beratungen werden in jedem Fall öffentlich gemacht.

Zu den Aufgaben des GJV-Vorstands gehört die Umsetzung von Beschlüssen. Gibt es zu einem Anliegen sich widersprechende Beschlüsse von GJV-Vollversammlung und GJV-Mitarbeiterkreis, verfährt der GJV-Vorstand nach eigenem Ermessen so, dass es dem Anliegen beider Gremien gerecht wird.

Der GJV-Vorstand ist Vollversammlung und Mitarbeiterkreis rechenschaftspflichtig.

Der GJV-Vorstand nimmt an der jährlichen Besprechung zur Jugendarbeit mit dem Presbyterium teil.