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Redebeitrag der Jugendvertreter bei der Landessynode

Buon giorno! Dober dan!

Liebe Synode,

die Ergebnisse der bundesweiten Umfrage zur Konfirmandenarbeit auf die der Präses in seinem Bericht eingeht unterstreichen unserer Ansicht nach, dass Glauben nicht wie das 1x1 in der Schule gelehrt werden kann. Konfirmandinnenarbeit sollte positive spirituelle und zwischenmenschliche Erfahrungen bieten. Gute Konfirmandenarbeit hat wesentliche Merkmale von Jugendarbeit. Dabei gilt es zu bedenken, dass die Suche nach dem Glauben nicht erst mit der Konfirmandenzeit beginnt und Jugendliche nach der Konfirmation sich zwar am Ende einer bestimmten Reise befinden, aber zugleich immer noch auf einem Weg, auf dem persönliche Fragen immer wieder neu gestellt werden können und Wegbegleiter und die „Gruppe“, in der sich Jugendliche sehen, bedeutsam sind.

 So pflichten wir dem Präses bei, dass es die Chancen der Jugendarbeit in unserer Kirche weiterhin zu nutzen gilt - nicht zuletzt um eine Antwort auf die Frage zu finden „was nach der Konfirmation kommt“. Wenn junge Menschen einen Platz und Spaß in einer Musik-, Gottesdienst- oder anderen Jugendgruppe gefunden haben und dort persönlich bedeutsame Erfahrungen sammeln durften, gehören sie eher zu denjenigen, die mit der Kirche verbunden bleiben und sich oftmals langjährig in der Kirche engagieren (– oder aus Slowenien und Italien zur Landessynode anreisen.)

Erwachsene sollten nicht nur auf die Erneuerung unserer Kirche hoffen, sondern auch durch die Unterstützung jugendlicher Mitbestimmungs-, Gestaltungs- und Erfahrungsräume aktiv werden!
Dazu braucht es eine Kirche, die junge Menschen als Teil der Kirche ernst nimmt, für Jugend Raum gibt und Raum lässt und den Fokus, wenn es um Jugend geht, nicht auf einseitige Belehrung von Jugendlichen legt. Wenn wir fragen, wie es mit Kirche weitergeht, dann wollen wir „Auf Jugend bauen“ (Kampagne). In diesem Sinne engagiert sich Kirche viel in schulischen und außerschulischen Bildungungsangeboten. Wir sehen in unserer Landeskirche viele erfreuliche und Mut machende Beispiele von Jugendarbeit. Wir stoßen aber auch auf festgefahrene Strukturen und Erwachsene, von denen wir uns wünschen, dass sie sich im Sinne eines lebenslangen Lernens noch weiterentwickeln. Fälle, in denen wir fordern, dass auch Erwachsenenkirche weiter lernt.

Nicht selbstverständlich haben heute Jugendliche Lust, sich in Kirche zu engagieren. Um Jugendarbeit und Engagement von Jugendlichen zu unterstützen geht es um sehr einfache aber zugleich wesentliche Verhaltensweisen von Gemeinde und Kirche.

- Kirche muss Jugendliche als Teil des Gesamtbildes „Kirche“ ernst nehmen. Sie mit ihren besonderen Bedürfnissen, aber nicht als defizitäre, sondern als eigenständige Persönlichkeiten wahrnehmen und wertschätzen.

- Beim Aufbau von selbstständigen Jugendvertretungen und Vernetzung muss sich in der Kirche noch viel tun. Jugendliche werden viel zu oft aus Entscheidungen, die sie betreffen, herausgehalten, durch Erwachsene vertreten, dürfen nicht mitreden und kommen nicht einmal an die Informationen, die sie betreffen. - Kirche darf bemerken: Es gibt wirklich tolle Jugendarbeit. Sie muss aber auch bemerken: es gibt nicht überall, wo Jugendliche sind, auch Jugendarbeit. Das müsste nicht so sein. Es geht darum, dass es Menschen gibt in den Gemeinden, die etwas Ermöglichen und die sagen: ihr seid erwünscht. Und wenn ihr Jugendlichen etwas machen wollt, was wir noch nicht anbieten, auf das wir noch nicht gekommen sind, dann ist das erst recht erwünscht.

Die Jugendverbände (in der EKvW) sind eine Möglichkeit für Gestaltung-, Gemeinschafts- und Erfahrungsräume. Wir möchten Sie einladen, sich im Rahmen der Synode mit den Jugendverbänden auseinanderzusetzen. Am Mittwochabend erwarten Sie Hauptberufliche und engagierte Jugendliche der Verbände in der Jugendkirche Bielefeld, um ins Gespräch zu kommen. Nähere Informationen können sie dem Flyer entnehmen, der Ihren Synodeunterlagen beiliegt.

Alle (auch die, die sich noch nicht angemeldet haben) sind dazu herzlich willkommen.
Hvala, Grazie
Caroline Peters (LJV), Benjamin Euen (VCP), als Jugendvertreter bei der Landessynode

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