27.02.2006

Jugendpfarrer auf pastorale Aufgaben beschränken

Kategorie: Arbeitsgruppen News
Für eine Trennung von Politik, Verwaltung und geistlichem Amt in der evangelischen Jugendarbeit hat sich die Landesjugendvertretung auf ihrem 24. Treffen ausgesprochen (24. bis 26. Februar in Hattingen). Grund sind massive Kürzungsvorhaben in den Kirchenkreisen. "Der Kirchenkreis Bochum etwa will praktisch die gesamte Struktur der Jugendarbeit auflösen und damit 400.000 EUR jährlich sparen", erklärte die Vorsitzende Caroline Peters. "Jugendarbeit ist nicht Verfügungsmasse von Leitungsgremien, sondern zentrale Aufgabe der Kirche."

Die LJV schlägt vor, die Aufgabe der Jugendpfarrer auf Verkündigung und Seelsorge zu konzentrieren. Landes- und Kreisjugendpfarrer sollten weder für Verwaltung noch für Außenvertretungen eingesetzt werden. "Das ist weder das, was Pfarrer können, noch das, was wir von Pfarrern erwarten", fasst die 18-Jährige aus Lippstadt zusammen. Der Verband erwartet stattdessen spirituelle Unterstützung und seelsorgerliche Begleitung Jugendlicher.

Die Verwaltung von Jugendarbeit müsse effektiv organisiert werden. Dazu könne es in den Kirchenkreisen sehr verschiedene Modelle geben. Unverzichtbar ist nach Ansicht der Landesjugendvertretung dabei eine Richtungsvorgabe durch die Jugendarbeit selbst. Zitat: "Die Jugendgremien der Kirchenkreise müssen der Verwaltung ihres Arbeitsbereichs weisungsbefugt sei." Nur wer in Gremien auch etwas zu entscheiden habe, engagiere sich. "Partizipation als Spielwiese lehnen wir ab", so Caroline Peters.Eine weitere Grundforderung der Landesjugendvertretung war eine stärkere Finanzierung der kirchlichen Jugendarbeit. "Unsere Eltern sind schließlich diejenigen, die den Großteil der Kirchensteuer zahlen", so Vorstandsmitglied Daniel Klinkmann (18) aus Wanne-Eickel. Zudem haben die Jugendlichen sich mit dem Thema Menschenrechte auseinandergesetzt, wozu ein Mitarbeiter von "amnesty international" das Einführungsreferat gehalten hatte.