01.03.2007

Alfred Buß zum Schulsystem: Bildung beschränkt sich nicht auf den bloßen Verstand

Kategorie: Arbeitsgruppen News
Kritik an den im Schulsystem angelegten Weichenstellungen hat Alfred Buß geübt, der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Auf der Bildungsmesse "didacta" in Köln sagte der leitende Theologe der viertgrößten Landeskirche am 28. Februar: "Unser Schulsystem sortiert viel zu früh und siebt zu schnell aus."

Die Hauptschule sei zur "Restschule" geworden. Dort seien zu
viele Schüler, die als lernschwach eingestuft werden, unter
sich. "Das führt zu immer mehr Problemfällen", sagte der
Präses. Hier werde deutlich, dass die Bildungschancen in
Deutschland besonders stark von der sozialen Herkunft abhängen.
Er ging auch auf die Reaktionen auf die Pisa-Untersuchungen
ein, die zu einer einseitigen Förderung der Kernfächer
Mathematik, Deutsch und Fremdsprachen geführt hätten. "Bildung
ist mehr", erklärte Buß am Stand der evangelischen und
katholischen Kirche. Es gehe um den ganzen Menschen, nicht nur
mit seinem Verstand, sondern auch mit seiner Fantasie, seinen
musischen und kreativen Begabungen.
Kindern vermitteln: "Ich bin ein geliebter Mensch"

Das beginnt nach Überzeugung des Präses bereits im
Kindergarten. Die evangelische Kirche mit ihrer Diakonie zählt
hier zu den größten Trägern. In Westfalen/Lippe gibt es 936
evangelische Kindertageseinrichtungen. "Ihre Arbeit zielt
darauf, Kindern die Gewissheit zu vermitteln: Ich bin ein
einzigartiger, wertvoller, geliebter Mensch - nicht wegen
meiner Leistung, sondern weil es mir Gott gegeben hat." Diese
Gewissheit sei die beste Voraussetzung, soziales Verhalten und
die Fähigkeit zum Lernen frühzeitig zu fördern.


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