15.10.1999

Protokoll: 5. LJV-Treffen am 25. / 26. September 1999 in Rietberg

Kategorie: LJV-Treffen
Themen:   1. Mangelnde Teilnahme 2. Treffen mit den synodalen Jugendpfarrern 3. Ergebnisse der AG Kigo 4. Ergebnisse der AG Jugendgottesdienst 5. Ergebnisse der AG Umsetzung der Beschlüsse der Landessynode von 1997 6. Ergebnisse der AG Marketing (siehte unter Punkt 1) 7. Gottesdienst-Check 8. Neue AG-Gründungen 9. Beschlüsse 10. Vorstandswahlen 11. Weitere Treffen

(Nach Ergebnissen sortiert, nicht chronologisch!)

Bericht in UK (Unsere Kirche)

Pressetext

Themen:

1. Mangelnde Teilnahme
2. Treffen mit den synodalen Jugendpfarrern
3. Ergebnisse der AG Kigo
4. Ergebnisse der AG Jugendgottesdienst
5. Ergebnisse der AG Umsetzung der Beschlüsse der Landessynode von 1997
6. Ergebnisse der AG Marketing (siehte unter Punkt 1)
7. Gottesdienst-Check
8. Neue AG-Gründungen
9. Beschlüsse
10. Vorstandswahlen
11. Weitere Treffen



1. Mangelnde Teilnahme

Ein bißchen gefrustet sind alle. Wieder so viel Werbung – Einladungen an alle Kirchenkreise, an viele Gemeinden, an vorhandene Privatadressen – und doch recht geringe Resonanz. Und das bei einem Kernthema evangelischer Jugendarbeit: Kinder- und Jugendgottesdienst.

Wie so oft wird festgestellt, dass Einladungen oft nicht weitergegeben werden. Ob absichtlich (einige Jugendpfarrämter / Ämter für Jugendarbeit können sich bis heute nicht mit der LJV anfreunden) oder aus Überforderung ("da war doch irgendwo was" / "da ist was gekommen, wer will, kann sich die Einladung bei mir abholen...") – allein auf den offiziellen Weg, die Verteilung über die kreiskirchlichen Einrichtungen, ist kein Verlass. Obwohl es natürlich bei einigen hervorragend klappt. Doch insgesamt haben bisher auf die Anfrag, wieviele Einladungen sie künftig bei sich verteilen können, erst 7 der 33 Kirchenkreise geantwortet (da wird nochmal nachgefragt!).

Die anwesenden Jugendpfarrer sind der Ansicht, die Weitergabe der LJV-Einladungen gehöre zum normalen Service für die ehrenamtlichen Jugendmitarbeiter. Darüberhinaus solle aber ruhig direkt nach den Adressen gefragt werden. Es wird vereinbart, dies direkt mit den Jugendpfarrern als Verantwortlichen bei deren nächten Treffen am 1. Dezember zu besprechen, so sich das Amt für Jugendarbeit unserer Landeskirche damit einverstanden erklärt und LJV-Vertreter mit einlädt.



Im weiteren Verlauf tagt eine "AG Marketing", die u.a. folgende Ideen für eine bessere Öffentlichkeitsarbeit der LJV entwickelt:



Alle Kirchenkreise / Verbände, die beim Treffen gefehlt haben, sollen direkt per Fax gefragt werden, woran es lag.
Alle Kirchenkreise sollen ehrenamtliche Ansprechpartner benennen (Delegierte), die sich darum kümmern, Einladungen weiter zu geben, Leute zu werben, auf die LJV-Arbeit aufmerksam zu machen.
Den Gemeinen sollen Plakate angeboten werden.
Das Landeskirchenamt soll gefragt werden, ob es ab und an Mitteilungen mitversenden könnte.
Öffentlichkeitsarbeit soll nicht nur auf die Kirche beschränkt sein: auch Schulen, Jugendtreffs etc. kommen in Frage, vor allem wenn es nicht nur um einen Termin geht, sondern um eine Aussage der LJV.
Die AG will eine Arbeitseinheit für den Konfirmandenunterricht vorbereiten. Darin soll es natürlich nicht nur um LJV gehen, sondern um Jugendbeteiligung an Kirche generell.
Den Jugendpfarrämtern soll angeboten werden, bei Grundkursen für Mitarbeiter eine halbtägige Einheit zur Mitbestimmung / Selbstvertretung zu machen. Hier sollten nach Möglichkeit LJV-Mitarbeiter den Part übernehmen.
Den Jugendbildungsstätten soll Auslagematerial zur LJV angeboten werden.
Insgesamt muss endlich ein neuer Flyer erstellt werden / ein Vorstellungsheft der LJV.
Für die Homepage (www.landesjugendvertretung.de) muss noch stärker geworben werden.
Für den Bürgerfunk könnte eine Gruppe das Rahmenprogramm einer Jugendsendung erstellen, in der es um kirchliche Mitbestimmung geht.
Die LJV sollte auch eigene Schulungen / Fortbildungen zu ihren ureigensten Themen anbieten.
Mit Meike Jung, neue PR-Referentin in Villigst, soll der Vorstand über die Öffentlichkeitsarbeits-Profile vom Amt für Jugendarbeit und von der LJV sprechen.
Auch mit den Rundfunk- und Fernsehbeauftragten soll Kontakt aufgenommen werden.
Für Gemeinden und KK muss ein geeignetes Verteiler-Verfahren entwickelt werden. Oft wissen die Zuständigen gar nicht, wer mit "Evang. Jugend" als Postempfänger gemeint sein könnte.
Die Jugendpresbyter der Gemeinden sollen gezielt für eine Veranstaltung angesprochen werden.


2. Treffen mit den synodalen Jugendpfarrern

Zunächst einigt man sich, nach einer Vorstellungsrunde, auf das "Du" als gegenseitige Anrede. Nach einem allgemeinen Austausch über Erfahrungen mit der LJV-Arbeit und der kreiskirchlichen Jugendarbeit geht das Programm in den drei AG's "Kigo", "Jugendgottesdienst" und "Marketing" weiter.

Bei der Definition der Aufgaben gehen die Ansichten der Jugendlichen und der Jugendpfarrer etwas auseinander. Während sich die Jugendpfarrer vor allem als Ansprechpartner, Mittler, Sprachrohr, Lobbyisten und Amtsleiter sehen, erwarten die Jugendlichen von ihnen auch, dass sie sich z.B. um Jugendgottesdienste höchst persönlich kümmern.

Vielleicht bietet auch hier für eine Vertiefung das Treffen am 1. Dezember nochmal die Möglichkeit, die Arbeitsschwerpunkte zu diskutieren.

Das gemeinsame Treffen wurde jedenfalls von beiden "Seiten" als gelungen empfunden.





3. Ergebnisse der AG Kigo

Das Auf und Ab bei der Teilnehmerzahl der Kindergottesdienste wird als normal angesehen. Ohne ständige Werbung läuft es nicht. Dennoch nimmt eine große Anzahl von Kindern den Kigo wahr – zumal er längst nicht in allen Gemeinden und nicht an allen Sonntagen angeboten wird.

Alle TeilnehmerInnen sind sich in der Kritik einig, dass dem Kigo – ebenso wie Jugendgottesdiensten - noch lange nicht die gleiche Bedeutung zugewiesen wird, wie den liturgischen Erwachsenengottesdiensten. Schon der Begriff "Hauptgottesdienst" drückt dies aus. Während die Gottesdienste für Erwachsene außer Frage stehen, werden Kigo-Angebote oft eingestellt, wenn die Teilnehmerzahl zurückgeht oder die ehrenamtlichen Mitarbeiter ausbleiben.

Auch die Vernetzung von Kindergruppen, Kigo, Katechumenen- und Konfirmandenarbeit, Jugendgottesdiensten und Jugendarbeit fehlt meist. Neue Modelle und Arbeitsweisen für den Kigo werden nur zögerlich realisiert, z.B. Kigo an einem normalen Wochentag.

Deshalb sollen gute Erfahrungen mit Kigo-Modellen gesammelt und veröffentlicht werden.



4. Ergebnisse der AG Jugendgottesdienst

Vor allem die Jugendlichen sind der Ansicht, es liefen zu wenig Jugendgottesdienste. Sie seien immer noch die Ausnahme statt die Regel. Denn Jugendgottesdienste werden als "Zusatz" angesehen. Würden sich die Pfarrer auch nur annähernd so sehr für Jugendgottesdienste verantwortlich fühlen wie für ihren Standard-Sonntagsgottesdienst, sollte es kein Problem sein, alle vier bis acht Wochen einen Jugendgottesdienst in jeder Gemeinde anzubieten – selbst wenn am Anfang die Mitarbeiter fehlen und es keine Pädagogen gibt, die sich darum kümmern können.

Deshalb sollte für die Bedeutung der Jugendgottesdienste geworben werden. Die ewige Klage, es sollte sie doch geben, hilft nicht weiter. Daher sind auch Fortbildungsangebote für Gemeindepfarrer sinnvoll – wie weit es sie schon gibt, soll geklärt werden.

Auch der Mangel an geeigneter Musik, vor allem Bands für die Gottesdienstgestaltung, wird kritisiert. Hier soll ein Netzwerk gegründet werden, um Musikgruppen, Mitarbeitergruppen, Tonstudios etc. zu verbinden.



5. Ergebnisse der AG Umsetzung der Beschlüsse der Landessynode von 1997

Die AG konnte nur ein Konzept für die Überprüfung der Umsetzung von Beschlüssen der Jugendsynode 1997 ("Ohne uns sieht eure Kirche alt aus") entwickeln. Die wesentliche Arbeit steht noch aus:

Zu allen Punkten, die der Kirchenleitung aufgetragen waren, soll diese befragt werden.
Die Kinder- und Jugendcharta der EKvW soll – ebenso wie ausgewählte Beschlüsse – in kommentierter Form veröffentlicht werden.
Zur Umsetzung der Beschlüsse im Konfirmanden-Bereich sollen die KU-Beauftragten befragt werden. Da deren Namen und Adressen nicht bekannt sind, wird das Pädagogische Institut (PI) um Weiterleitung gebeten.
Die Jugendpresbyter sollen auf die Beschlüsse von 1997 aufmerksam gemacht werden.


6. Ergebnisse der AG Marketing

Siehe oben unter Punkt 1.



7. Gottesdienst-Check

Auch bei diesem LJV-Treffen wurden am Sonntag verschiedene Gottesdienste im gastgebenden Kirchenkreis besucht – und durch einen Fahrfehler auch ein Gottesdienst im benachbarten Kirchenkreis Paderborn. Für die übliche Auswertung fehlte leider die Zeit. Die Aktion wird jedoch fortgesetzt, zumal es inzwischen auch sehr positive Resonanz von kritisierten Pfarrern gab. Die Standard-Checkliste soll überarbeitet werden. Außerdem soll im Rahmen der Homepage ein Diskussionsforum gegründet werden.



Zur Erklärung: Der Gottesdienst-Check geht auf den Beschluss der Landessynode zurück, Gottesdienste jugendfreundlicher zu gestalten. Bei diesem Check werden Gottesdienste deshalb daraufhin geprüft, ob sie für Konfirmanden und ältere Jugendliche attraktiv sind. Wo möglich, wird im Anschluss an den Gottesdienst das Gespräch mit Besuchern und Akteuren (Pfarrern, Mitarbeiter) gesucht.



8. Neue AG-Gründungen

Innerhalb der LJV können sich jederzeit Arbeitsgruppen bilden, die autonom handeln. Die LJV muss deren Ergebnissen natürlich nicht zustimmen. Es werden folgende neue AG's gebildet, zunächst bis zum nächsten LJV-Treffen:

a) AG Finanzen – sie will die Finanzsituation innerhalb der Evangelischen Jugend erkunden.

b) AG Reader Kinder- und Jugendgottesdienste – sie erstellt eine Arbeitshilfe

c) AG PR-Aktionen – sie wird auf die Anliegen der LJV in geeigneter Weise aufmerksam machen



9. Beschlüsse:

a) Der KKJW soll eine gemeinsame Tagung an einem Wochenende angeboten werden. Vorbild soll dabei das Treffen am 7. und 8. März 1998 sein (LJV-Gründungsversammlung in Villigst, parallel zur KKJW Frühjahrstagung). Neben gemeinsamen Themen und Gruppen sollen also auch LJV und KKJW getrennt arbeiten. / Einstimmig.



b) Die LJV schließt sich dem Aufruf der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg zur Abschaltung der AKW zum Jahreswechsel an. (Anlage X) Grund ist das unkalkulierbare Risiko von Computerfehlern, die im Zusammenhang mit der Jahreszahl "00" befürchtet werden. / Einstimmig.



c) Dem Presbyter-Wahlreader folgend soll eine Arbeitshilfe für Kinder- und Jugengottesdienste erstellt werden, wobei auf die Ergebnisse der AG's zurückgegriffen wird und die Kirchenkreise noch zur Beteiligung eingeladen werden. / Einstimmig.



d) Der bisher amtierende Vorstand wird – inklusive Kassenbericht – entlastet. / Einstimmig.



e) Schwerpunktthema des nächsten LJV-Treffens soll der Konfirmandenunterricht sein. Dazu sollen auch Katechumenen / Konfirmanden eingeladen werden. / Einstimmig.



f) Die Kirchenleitung soll erneut gebeten werden, Vertreter der LJV beratend zur nächsten Landessynode einzuladen. / Einstimmig.



10. Vorstandswahlen

Im ersten Wahlgang wurde in geheimer Abstimmung der neue Vorstand gewählt. Ihm gehören an:

Melanie Brinkmann (Bielefeld), Nicole Howe (Tecklenburg), Markus Pfeiffer (Gladbeck), Maik Sandjohann (Gütersloh), Christoph Urban (Lünen).

Im zweiten Wahlgang wurden Christoph Urban zum Vorsitzenden und Nicole Howe zur Stellvertreterin gewählt.

Die Amtszeit beträgt zwei Jahre. Sollten Vorstandsmitglieder vorzeitig ausscheiden, sind ihre Plätze beim jeweils nächsten LJV-Treffen per Wahl neu zu vergeben.



11. Weitere Treffen

Die Termine für die LJV-Treffen im kommenden Jahr wurden wie folgt vereinbart:

5./6. Februar 2000 (6. Treffen der LJV)

27./28. Mai 2000 (7. Treffen der LJV)

16./17. September 2000 (8. Treffen der LJV)



Die Veranstaltungsorte werden noch vom Vorstand vereinbart.

- Ende -