10.04.2014

Pressemitteilung der AG Mindestlohn des 41. LJV Treffens

Kategorie: TOP-News, Arbeitsgruppen
Die LJV fordert, dass Auszubildende nicht vom Mindestlohn ausgenommen werden dürfen. Den gesamten Text der PM findet Ihr hier.

»Eine Arbeitsgruppe auf dem 41. LJV-Treffen hat sich am Wochenende mit dem aktuellen Thema Mindestlohn und der Frage nach der Einschränkung für Auszubildende und Lehrlinge beschäftigt.
Wenn ab dem nächsten Jahr ein bundesweiter Mindestlohn von 8,50 Euro eingeführt wird, können sich  nämlich nicht alle Beschäftigten freuen. Neben Praktikanten und Langzeitarbeitslosen werden wohl auch die Auszubildenden auf einen bundesweiten Mindestlohn verzichten müssen. Giacomo, Azubi als Veranstaltungskaufmann und ehrenamtlich in einer Kirchengemeinde aktiv, kommt bspw. netto nur auf einen Stundenlohn von unter 3 Euro in seiner Ausbildung. „Auch wenn 8,50 Euro für meinen Arbeitgeber zuviel sind, würde mir ein Mindestlohn von 5 Euro schon sehr beim Lebensunterhalt helfen.“ Andere Auszubildende in der AG äußerten sich ähnlich.
Einig war sich die Arbeitsgruppe von Jugendlichen aus mehreren Kirchenkreisen schnell damit, dass Azubis nicht nur als billige Arbeitskräfte missbraucht werden sollten, sondern für ihre Arbeit einen wertschätzenden Lohn verdienen. Auch würde ein höherer Einstiegslohn vielleicht das Interesse an der Aufnahme einer Ausbildung steigern. Schließlich ist der finanzielle Vorteil bei 40 Stunden Arbeit nur sehr gering gegenüber Hartz IV Empfängern, die keine Mietkosten haben.
Dennoch sah die Arbeitsgruppe auch die Gefahr, dass viele Unternehmen und Firmen auf Auszubildende verzichten würden, sollte ein Mindestlohn dort zu hoch angesiedelt sein.
Eine stark diskutierte Möglichkeit könnte es bspw. sein, dass ein bundesweiter Mindestlohn für Azubis eingeführt wird, der aber unter den 8,50 Euro liegt. Giacomo: „Selbst bei 5 Euro pro Stunde, was ja weit unter dem allgemeinen Mindestlohn liegt, bekäme ich fast doppelt so viel Geld während meiner Ausbildung und hätte zusätzlich den Anreiz voll ausgebildet mehr zu verdienen.“
So oder so, auch das stellt die Arbeitgruppe fest, darf der Staat es nicht zulassen, dass der Mindestlohn  durch Firmen und Unternehmer hintergangen wird.«

Weitere Infos mit konträren Ansichten findet Ihr in den Links:

Deutsche Gewerkschaftsjugend

Junge Union