16.11.2010

LJV-Vorsitzende Peters spricht bei der Synode zum Flüchtlingsschutz

Kategorie: Allgemein
Liebe Synode, vielen Dank zunächst an den Präses dafür, dass er so tiefgehend und ehrlich auf die Situation von jungen Flüchtlingen aufmerksam gemacht hat. Ich möchte die Punkte des Präses nicht wiederholen sondern meine Zustimmung ausdrücken und vier Punkte vorschlagen, wie die Synode Sorge dafür tragen könnte, dass die Situation junger Flüchtlinge verbessert wird.

1. Der Präses erwähnt im letzten Abschnitt seines Berichts bereits, dass bei der Landesregierung darauf hingewirkt werden müsse, dass der Vorrang des Ausländerrechts vor der Jugendhilfe aufgehoben werden müsse.
Ich möchte anregen, dass die Kirchenleitung damit beauftragt wird, der Landesregierung von NRW zu übermitteln, dass die Synode die Kinderrechte für junge Flüchtlinge noch lange nicht garantiert sieht. Im Gegenteil leiden Kinder und Jugendliche, die teils traumatisiert sind und oft schon viel Gewalt miterleben mussten, darunter, dass sie in Deutschland einer Verwaltung machtlos gegenüber stehen.

2. Unsere Kirche sollte sich daran beteiligen, öffentlich auf die Probleme und Hürden junger Flüchtlinge aufmerksam zu machen.

3. Auch innerkirchlich verdient die problematische Situation junger Flüchtlinge mehr Aufmerksamkeit. In ihrer gemeindlichen und in der Jugendarbeit könnte Kirche die Situation von Flüchtlingskindern zumindest etwas erleichtern (und tut das zum Teil schon).

4. Schließlich müsste die EKvW in Bezug auf die Durchsetzung der Kinderrechte für Flüchtlingskinder den Kontakt zu und die Zusammenarbeit mit anderen Landeskirchen suchen, konkret nenne ich hier die rheinische Kirche. Gemeinsam sehe ich größere Chancen für die Arbeit an einer Verbesserung der Situation junger Flüchtlinge.

Ich denke, Kirche sollte sich - und sie hat auch die Möglichkeiten dazu - dafür einsetzen, dass alle Kinder und Jugendlichen darin unterstützt werden, dass ihre Menschen- und Kinderrechte Vorrang vor bürokratischen Verfahren und diskriminierenden Rechtsvorschriften haben.