23.09.2006

Jugend und Gottesdienst: die LJV-Position

Kategorie: Arbeitsgruppen News
Wir Jugendliche sind gar nicht so unfromm. Nur leider gibt es wohl in den meisten Gemeinden keine eigenen Gottesdienste für Jugendliche. Jugendgottesdienste sollten aber zum Standard einer jeden Kirchengemeinde gehören.

Dort, wo es eine bestehende Jugendarbeit gibt, gehört der Jugendgottesdienst einfach dazu - wie das Amen zur Kirche. Hier sollte die evangelische Jugend ihre Gottesdienste am besten selbst in die Hand nehmen, gestalten und feiern. Wo es keine Jugendarbeit gibt, sehen wir die Presbyterien und die Pfarrerschaft in der Pflicht, spirituelle Angebote für Jugendliche zu schaffen.

Wir halten jeden Gottesdienst für gleich wichtig und gleichwertig. Statt am Sonntagmorgen möglichst alles Volk unter einen Hut pferchen zu wollen, sollten die Gemeinden lieber spezielle Zielgruppengottesdienste anbieten. So erreicht das Evangelium mehr Menschen.
Das entbindet die Gemeindeleitenden freilich nicht, auch für ansprechende Gottesdienste für die Gesamtgemeinde zu sorgen – zum Beispiel anlässlich von Gemeindefesten oder an den großen Feiertagen.

Wer KonfirmandInnen zum Gottesdienstbesuch verpflichtet, weil das irgendwie zum Christsein dazugehöre, der muss ihnen auch einen altersgemäßen Jugendgottesdienst bieten. Schließlich akzeptieren wir auch, dass die Presbyter dem Kigo fern bleiben – obwohl der für ihre Bibelkunde manchmal gar nicht schlecht wäre.

Solange Jugendliche aber oft nur diesen einen Gottesdienst haben (sog. „Hauptgottesdienst“), werden wir ihn auf seine "Jugend-Tauglichkeit" hin überprüfen (Projekt Gottesdienst-Check). So wollen wir zu einer dringend gebotenen Diskussion beitragen über gut gewollte und schlecht gemachte Gottesdienste.

Voraussetzung für die Teilnahme am Abendmahl darf nicht länger die Konfirmation sein, sondern allenfalls die Taufe. Das Abendmahl ist das Fest der Gemeinschaft Jesu, zu der alle Christinnen und Christen eingeladen sind. Es ist nicht die Aufgabe der Kirche, sie wieder auszuladen.

(Aus dem LJV-Grundsatzprogramm, Landesjugendvertretung)