02.12.2008

Hauptamtliche sollten Serviceleistungen erbringen

Kategorie: Allgemein, LJV intern
Weil die LJV immer wieder gefragt wird, warum sie denn Hauptamtlichen kritisch gegenüber stehe, wollen wir das mal an einem Beispiel verdeutlichen, zunächst aber als cetero censeo korrigieren: die LJV steht nur Tätigkeiten, Ereignissen und Handlungen kritisch gegenüber, nicht aber den Personen. Die LJV hat überhaupt nichts gegen Hauptamtliche, sie arbeitet ja an vielen Stellen - vor allem in den Gemeinden - sehr eng und gut mit ihnen zusammen; sie hat nur etwas gegen schlechte hauptamtliche Leistungen.

Und als solche kann man beispielhaft die Kommunikationsarbeit sehen. Es gehört nach unserer Auffassung zu den Aufgaben der bezahlten Mitarbeiter, Informationen an die Jugendlichen weiterzugeben - und zwar ungefiltert, unzensiert. Das bedeutet in unserem Beispiel: LJV-Einladungen zu Treffen, juleica-Seminaren etc. müssen von den Hauptamtlichen an die Jugendmitarbeiter weitergegeben werden - und die können damit machen, was sie wollen.

Bei unseren Einladungen, die mir großem Aufwand an jede Kirchengemeinde geschickt werden, steht das schon so auf dem Adressaufkleber: An die "Evangelische Jugend". Da kommt die Post aber nur selten an. Stattdessen gab es jetzt nach dem aktuellen Versand sogar eine Referentin, die sich telefonisch verbeten hat, weiterhin mit Post belästigt zu werden.

Auf totale Blockade stoßen wir inzwischen bei den Jugendpfarrämtern bzw. Geschäftsstellen in den Kirchenkreisen. Das Problem ist nicht neu. Laut Protokoll von September 1999 haben sich schon vor 10 Jahren auf die Fax-Anfrage, wie viele Einladungen sie an Jugendliche weitergeben könnten, nur 7 von 33 Kirchenkreisen gemeldet. 2006 konnten mit zwei Nachfassaktionen, also insgesamt drei Anfragen, 20 Jugendpfarrämter zu einer Antwort bewogen werden (darunter viele, die nur ein einziges Exemplar oder gar keine Einladungen wollen). In der konkreten Ausgestaltung sieht es dann aber nochmal anders aus, so hatte Jugendpfarrer Volker Rotthauwe (Steinfurt Coesfeld Borken) die Weiterleitung einer Seminareinladung davon abhängig gemacht, die Qualitätsstandards zu prüfen. Und Jugendpfarrer Hartmut Bethlehem (Tecklenburg) hatte bei einer Hauptamtlichen-Konferenz vorgeschlagen den Beschluss zu fassen, alle LJV-Post ungesehen in den Papierkorb zu befördern.

Bei der letzten Abfrage im Oktober 2008 hat genau ein Kirchenkreis geantwortet. Das sind so Erlebnisse, die einen sehr am Sinn von hauptamtlichen Geschäftsstellen "für Jugendarbeit" zweifeln lassen. Anstatt unser ehrenamtliches Engagement wenigstens so minimal zu fördern, dass man unsere Angebote an Jugendliche heranlässt, wird bezahlt gemauert.  

Komplexere Kommunikation (wir haben da schon viel versucht - Ressourcen-Pool, Netzwerke etc.) sind da mit diesen Hauptamtlichen überhaupt nicht mehr möglich.  (Wohlgemerkt: Aus den Gemeinden gibt es ganz anderes, überwiegend positives Feedback).