01.12.2007

Für eine offene AIDS-Aufklärung

Kategorie: Positionen

Zum Welt-AIDS-Tag hat der LJV-Vorstand reflektiert, ob und wie das Thema AIDS in der Jugendarbeit, in Schule und im Alltag vorkommt. Die meisten erleben ein wenig Bio-Unterricht oder können sich daran erinnern und einige lustige und gute Kondom-Kampagnen. Doch trotz dieser einzelnen Thematisierungen erscheint uns das Thema Sex und damit auch das Problem von Geschlechtskrankheiten als ein Tabuthema in der Jugendarbeit. Ob dies daran liegt, dass Aufklärung in Schule und Jugendarbeit rechtlich nicht grenzenlos möglich ist oder ob Ältere Jüngere nicht zum Sex ermutigen wollen, können wir nur spekulieren.

Doch stellen wir fest, dass sich Berichte über AIDS sowie auch eine Vielzahl an Kampagnen fast nur oder ausschließlich auf Hilfe in Afrika beziehen. Hilfe ist in Afrika nötig und so sprechen wir uns für Hilfsprojekte z.B. für weniger reiche Länder aus und finden auch gut, dass sich beispielsweise die EKvW im Rahmen des Projektes "Kirche und Wirtschaft gemeinsam gegen HIV/Aids" in der Hilfe engagiert.
Doch trotzdem sollte nicht übersehen werden, dass AIDS auch in Deutschland ein zunehmendes Problem ist und leider gerade unter Jugendlichen der Irrglaube weit verbreitet ist, AIDS sei heilbar.

Enthaltsamkeit mag zwar gut und brav sein, aber wir gehen davon aus, dass es mehr bringt, Kondome zu benutzen und darüber zu informieren. Und Kondome sind spätestens seit dem Weltjugendtag im Sommer 2006 in Köln auch in der katholischen Kirche und Jugend sowieso (wieder) ein Thema.
Wir halten es für wichtig, dass Schule sich weiterhin oder zunehmend in der Aufklärungsarbeit engagiert und dass Jugendarbeit für Jugendliche ein Ort ist, an dem das Gespräch möglich ist, persönliche Themen und fragen nicht tabuisiert werden und auch auf Möglichkeiten verwiesen werden, wo anonyme Beratung, Tests oder Gespräche möglich sind.Gegenüber einer unheilbaren Krankheit, vor der man sich schützen kann, darf keine Gleichgültigkeit oder Ignoranz aufgebaut werden! Gleichzeitig dürfen erkrankte Menschen aber auch nicht zu Außenseitern gemacht werden. AIDS ist ein Problem, das die meisten treffen könnte, vor dem man sich aber weitgehend schützen kann und hier z.B. durch das offene Gespräch auch alle Möglichkeiten zur Prävention nutzen sollte! (01.12.2007)