01.08.2007

Bundesministerium begrüßt LJV-Vorschlag einer Jugendsynode

Kategorie: Jugendforum
Zu unserem Vorschlag einer demokratisch per Zufall ausgewählten Jugendsynode hat sich nun auch das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend geäußert. Wir dokumentieren wichtige Auszüge:

Zu unserem Vorschlag einer demokratisch per Zufall ausgewählten Jugendsynode hat sich nun auch das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend geäußert. Wir dokumentieren wichtige Auszüge:

"Der Entwurf einer 'Jugendsynode' in der EKvW ist grundsätzlich ein guter Ansatz, um Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, sich aktiv mit dem Wertesystem des christlichen Glaubens auseinander zu setzen und die Übernahme gesellschaftlicher Verpflichtungen einzuüben. (...) Grundsätzlich begrüßen wir daher den Versuch von jungen Menschen und ihren Selbstorganisationen, die Strukturen von Verbänden und Organisationen, aber auch Kirchen, mit den Themen und Einsichten junger Menschen zu konfrontieren. (...) Von der Form der Beteiligung her neu scheint mir der von Ihnen dargelegte Ansatz der Planungszellen. Ohne die Primärliteratur verfolgt zu haben, stehe ich dem Ansatz positiv-skeptisch gegenüber.
Einerseits halte ich die Beteiligungsform der Planungszellen - so wie sie sich mir erschließt - für einen innovativen Ansatz, um eine breite Beteiligung von jungen Menschen zu erreichen und zu einer Mitwirkung zu motivieren. Bemerkenswert ist dabei die große Zahl von Personen, die potentiell die Chance haben, an der Entwicklung von Themen und Schwerpunkten teilzunehmen.

Andererseits scheint mir der Ansatz durchaus anfällig im Sinne von Manipulationsmöglichkeiten für diejenigen, die Moderationsfunktionen in dem Veranstaltungsdesign wahrnehmen. Die relativ hohe Wahrscheinlichkeit, als ausgewählte ("geloste") Person nur einmalig an diesem Prozess teilzunehmen, könnte die Einschätzung verstärken, nur "Spielmasse" innerhalb eines nicht-partizipatorischen Systems zu sein.
Einen Mangel sehe ich auch im Fehlen einer Rechenschaftspflicht im Modell der Planungszellen. Wie ich der Beschreibung des Modells entnommen habe, wäre dieses auch nicht systemkonform, da die Auswahl zur Teilnahme nach dem Zufallsprinzip erfolgt. Das von mir befürwortete Modell der repräsentativen Vertretung enthält - neben der Legitimation - auch immer das Moment der Begründung von Positionen und Entscheidungen. Diese wichtige Dimension der repräsentativen Demokratie halte ich für das konstitutivere für das Verständnis von politischem Lernen.

Trotz der genannten Bedenken würde ich es begrüßen, wenn die Landesjugendvertretung ihren Versuch der Beteiligung von mehr jungen Menschen ausprobieren könnte. Es wäre spannend, sowohl von Seiten der Synode als auch von Seite der Landesjugendvertretung und der beteiligten jungen Menschen zu erfahren, wie sie diese neue Form der Beteiligung bewerten. Vielleicht erweisen sich meine oben genannten Annahmen als nicht haltbar bzw. als zu skeptisch eingeschätzt. (...)

Für Ihre engagierte Arbeit in der Landesjugendvertretung wünsche ich Ihnen alles Gute und für die Umsetzung der "Jugendsynode" in der EKvW eine glückliche Hand und Gottes Segen."