20.12.2004

Brief des Schirmherrn, Landesjugendpfarrer Udo Bußmann, zur LJV-Kampagne: "Jugendvertretungen gründen!"

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Brief von Landesjugendpfarrer Udo Bußmann - Schirmherr der LJV-Aktion "Jugendvertretungen gründen!" - an die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen, Ämter, Werken und Verbänden

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Landesjugendvertretung Westfalen hat mich gebeten, die Schirmherrschaft ihres Projektes "18-Konvent: Jugendvertretungen gründen" zu übernehmen.

Dies tue ich gerne, da es mir das wichtigste Anliegen in der zweiten Hälfte meiner ersten Amtszeit als Landesjugendpfarrer ist, die Partizipation der ehrenamtlichen Jugendlichen auf allen Ebenen unserer Kirche zu stärken.

Die Jugendkammer hat in dem Entwurf für eine neue Ordnung der durch Kirchengemeinden und Kirchenkreise verantworteten Arbeit mit Kindern und Jugendlichen festgestellt, dass die Partizipation der jugendlichen Ehrenamtlichen eine pädagogische Aufgabe ist, denn es ist nicht leicht, seine eigenen Bedürfnisse zu erkennen, zu formulieren, sie anderen gegen über durchsichtig zu machen und sich mit ihnen zu verständigen, um sie durchzusetzen. Da muss man einiges lernen, vor allem dann, wenn man sich nicht nur in der eigenen Gruppe oder der eigenen Einrichtung engagieren will, sondern auch in Gremien, sei es auf der gemeindliche, der kreiskirchlichen oder landeskirchlichen Ebene:

  • Wie erkenne ich meine wirklichen Interessen?
  • Was habe ich davon, wenn ich mich engagiere?
  • Was ist Politik?
  • Warum leben Kirche und Staat davon, dass Menschen sich einbringen?
  • Wie lerne ich, vor anderen Menschen zu reden?
  • Welche Rechte und Pflichten habe ich?
  • Wie kann ich Verbündete finden?
  • Wie kann ich meine Ideen kreativ präsentieren? Und so weiter

Mit dieser zufälligen Aufzählung von Kompetenzen, die es einem jungen Menschen ermöglichen, sich in der Jugendarbeit verantwortlich zu engagieren, möchte ich verdeutlichen, dass manches sich durch die Beteiligung in unseren Gruppe und Kreisen so zu sagen "von selbst" lernen lässt, manches aber auch durch spezielle Angebote durch die Hauptamtlichen zu erarbeiten ist.

Ich möchte alle Hauptamtlichen ermutigen, talentierte Jugendliche anzusprechen, ihnen die notwendigen Hilfen zu geben und sie bei ihren ersten Schritten tatkräftig zu begleiten.

Die Gründung von Gemeinde- und kreiskirchlichen Jugendforen ist hierzu ein wichtiger Schritt. Nur mit diesem "Unterbau" wird es möglich sein, die in der neuen Ordnung auf Landesebene vorgesehene Beteiligung von ehrenamtlichen Jugendliche auch Wirklichkeit werden zu lassen und so den 1996 begonnenen Prozess "Ohne uns sieht eure Kirche alt aus" zu einem gewissen Zwischenergebnis zu führen.

Ich wünsche dem Projekt der Landesjugendvertretung ein offenes Ohr bei allen Hauptamtlichen, denn die evangelische Jugend - wie alle anderen Jugendverbände auch - ist ohne das Engagement der Ehrenamtlichen nicht denkbar. Die Partizipation der Jugendlichen zu fördern, sollte ein selbstverständlicher Eckpunkt aller Konzeptionen der Jugendarbeit sein oder werden.

Mit ermutigenden Grüßen,

Udo Bußmann
Landesjugendpfarrer