19.11.2009

32. LJV-Treffen: Protokoll

Kategorie: LJV intern, LJV-Treffen
Ergebnis-Protokoll vom 32. LJV-Treffen 6. - 8. November 2009 in Bochum

1. Themen und Tagesordnung

Nach Begrüßung, Formalien, Vorstellungsrunde und Hausführung wird gemeinsam die Tagesordnung erstellt. Neben den vorbereiteten Foren, Workshops, Arbeits- und Projektgruppen werden folgende Themen für die Plenumsberatungen gesammelt, die ggf. noch in Kleingruppen weiter bearbeitet werden können:

- Jugend und Alkohol
- Studiengebühren
- juleica Mindestalter / Mindestalter für Mitarbeiter-Ausbildung   
- Videospielsucht
- Forderungen an die neue Regierung
- Wer oder was ist die Evangelische Jugend
- Probleme mit Pfarrern / Hauptamtlichen - Selbstbestimmung
- "Herdprämie"
- Freizeitangebote für Jugendliche (in Bottrop TOT leer, eigentlich nur Mitarbeiter)
- Förderung von Jugendlichen (Schüler helfen Schülern) , Theoretiker, Praktika,
- Gottesdienstpflicht / Großevent (Jugendgottesdienst für ganz Bottrop, reine Vermarktung), Wettbewerb / Sinn von Konfi-Unterricht / Was bedeutet Gemeinde 
- Image von Kirche (Eltern, Religionsunterricht, Hauptamtliche )


2. Arbeitsphasen

Die Foren, Workshops und AGs arbeiten selbstständig und halten ihre Ergebnisse eigenständig fest bzw. bringen Anträge / Beschlussvorschläge / Empfehlungen am Sonntag ins Plenum ein.


3. Projektvorstellungen aus der Markt- und Begegnungsphase

*"Jugenddialog 2020"
Daniel berichtet - auch aus eigener Erfahrung als Teilnehmer - vom Projekt "Jugenddialog 2020". Daran können Jugendliche im Alter von ca. 16 bis 23 Jahren teilnehmen, um unterstützt von jungen Moderatoren zu einem selbstgewählten Thema Visionen von Zukunft zu entwickeln und später der Öffentlichkeit vorzustellen. Jede der insgesamt 14 selbstständigen Projektgruppen trifft sich zwei Mal in der katholischen Akademie "Die Wolfsburg" in Mülheim, dazwischen wird online am Thema gearbeitet. In Daniels Gruppe ging es um das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen.
Eine Teilnahme, die Daniel sehr empfiehlt, ist derzeit noch möglich, die letzte Projektgruppe startet am 2. Juli 2010.
Werbefilm dazu: www.youtube.com/watch


* Erstes Bochumer Jugendforum als Citizens Jury
Timo stellt das Projekt "Citizens Jury" vor. In Bochum hat die LJV am Ende der Sommerferien die weltweit erste Jugend-Planungszelle durchgeführt. Planungszellen bzw. Citizens' Jurys sind Beteiligungsverfahren, bei denen die Teilnehmer ausschließlich per Zufall ausgelost werden. Die so zusammengesetzte Planungsgruppe bzw. Jury repräsentiert damit recht gut die Bevölkerung und kann stellvertretend für diese Probleme beraten und Lösungsvorschläge machen.
Videofilm dazu:
www.youtube.com/watch

* Godi-Check
Xenia stellt das LJV-Projekt "Gottesdienst-Check" vor. Zu diesem LJV-Treffen ist der Checkbogen in neu-überarbeiteter, vierter Auflage erschienen. Der Checkbogen kann vor allem im Konfirmandenunterricht genutzt werden. Er stellt für die Konfirmanden eine Hilfe dar, die einzelnen Elemente eines Gottesdienstes zu bewerten und so zu einem fundierten Gesamteindruck zu kommen. Auf dieser Grundlage sollte mit den Pfarrerinnen und Pfarrern das Gespräch gesucht werden. Der Godi-Check dient dem Feedback und dem Gespräch über eine Verbesserung der Gottesdienste.
Die LJV wird die neue Fassung des Godi-Checks direkt bei diesem Treffen am Sonntag in verschiedenen Gemeinden ausprobieren.


4. Beschluss "Erwartungen an Hauptamtliche"

Ehrenamtliche Jugendmitarbeiter_innen erwarten von den Hauptamtlichen
- Unterstützung bei der Organisation (z.B Schlüssel fürs Gemeindehaus zu bekommen, Raum bekommen)
- Pfarrer sollten überzeugend sein, glaubwürdig, vorbildlich im Hinblick auf das Evangelium
- Hauptamtliche sollten sich untereinander abstimmen, gemeinsam und nicht gegeneinander arbeiten
- Jugendliche besser in die JA zu integrieren, z.B. Jugendarbeit übernimmt die Konfirmanden für eine Zeit (damit die Konfis sehen, es gibt auch noch anderes, Mitarbeitsmöglichkeiten)
- Informationen müssen weitergegeben werden (Einladungen, Nachrichten etc.), es dringt viel zu wenig bis zu den Ehrenamtlichen durch; insgesamt müsste die Kommunikation verbessert werden.
(Beschluss ohne Gegenstimmen angenommen bei drei Enthaltungen)



5. Beschluss: Kommunikationsformen

Die Gemeindejugend muss für jedermann erreichbar sein. In der Praxis zeigt sich, dass dies nur in wenigen Kirchengemeinden der Fall ist. Dabei ist es aus unserer Sicht relativ einfach zu organisieren:
- Im Gemeindebüro oder Gemeindehaus / Jugendetage muss es ein Fach geben, in das alle für die Gemeindejugend bestimmte oder für sie relevante Post  für die Jugendmitarbeiter bereitgelegt wird, ohne Zensur oder Vorselektion durch Erwachsene.
- Die Gemeindejugend muss über E-Mail erreichbar sein. In der Praxis kann dazu etwa eine gängige, dauerhafte Adresse (jugend@kirchengemeinde-xy.de) an die aktiven Mitarbeiter_innen weitergeleitet wird.
- Die Jugendmitarbeiter sollten ihrerseits alle Möglichkeiten nutzen, für die evangelische Jugend bestimmte Informationen und Fragen allen zugänglich zu machen, z.B. durch Aushang, Veröffentlichung im Internet, Newsletter, Diskussion in sozialen Netzwerken etc.
(Beschluss einstimmig angenommen)


6. Beschluss zur Begriffsklärung

Jugendarbeit der evangelischen Jugend

Zur Jugendarbeit der evangelischen Jugend gehören zum einen alle angesprochenen Kinder und Jugendlichen, die an ihren Gruppen oder Veranstaltungen teilnehmen. Zum anderen gehören dazu die mitarbeitenden Jugendlichen bis einschließlich 25, die maßgeblich das Programm gestalten. Zusätzlich erwartet die evangelische Jugend Unterstützung durch Erwachsene, die die Jugendlichen in Kirche und Politik vertreten und Aufgaben übernehmen, die die Mitarbeitenden entlasten, wie z.B. bei Abrechnungen. Diese Vertreter müssen aber durch Jugendliche legitimiert sein und sollten nicht ihre eigenen Interessen vertreten, sondern die der Jugendlichen.

Zur Jugendarbeit der evangelischen Jugend sind neben evangelisch Getauften, die die evangelische Jugend der Kirche bilden, alle anderen Jugendlichen unabhängig von Religion, Kultur oder Herkunft herzlich eingeladen, solange sie engagiert und interessiert sind.

Denn evangelische Jugendarbeit fungiert auch als kultureller und sozialer Treffpunkt, an dem sich verschiedene Religionen, Gemeinschaften und Szenen begegnen, sich austauschen und miteinander leben.
(Beschluss einstimmig angenommen)


7. Gottesdienst-Check

Der neu bearbeitete Gottesdienst-Check wurde am Sonntag in den Gottesdiensten getestet. Resonanz - auch von den z.T. überraschten PfarrerInnen und Pfarrern - durchweg positiv. Eine AG hat dazu im Anschluss eine Pressemitteilung erarbeitet.
Der Check soll in größerer Auflage gedruckt und den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. Dazu muss noch die Finanzierung geklärt werden.

8. Landessynode 2009

Die Projektgruppe zur Vorbereitung der Landessynode hat sich u.a. mit dem Präsesbericht (und möglichen Kommentaren dazu), der LJV-Agenda im Hinblick auf die Landessynode sowie den Begegnungsabend mit den Synodalen beschäftigt. Die Ergebnisse werden während der Synode auf der Website veröffentlicht.


9. Termine

Das nächste, 33. Treffen soll vereinbarungsgemäß am Wochenende 17./18 April oder 24./25. April 2010 stattfinden. Als Orte werden zunächst von den entsprechenden Delegierten Bottrop und Lünen geprüft.
Themen neben dem üblichen Raster könnten sein: Gottesdienst für Konfis (als großer Workshop), Forum Offene Jugendarbeit, juleica (zu Inhalten und Vernetzung), Organisation/Struktur von Jugend, Gründung GJV, Austausch der KG untereinander (bei den einen gibt es tolle JA, bei den anderen gar nichts, lokale Netzwerke; externe Referenten, KiJuPa, Förderung von Jugendlichen.); AG Gender (geschlechtsspezifische Fragen in Theorie und Praxis).

Das Herbsttreffen (34. LJV-Treffen) könnte vom 6.-7. November stattfinden, ggf. wieder in Bochum, da das Tagungshaus gut ankommt und die Verkehrsanbindung ebenfalls gut ist.

Das kleinere Sommer-Seminar soll am 19./20 Juni als Landtagbesuch gestaltet werden; für ein anderes Mal oder auch als zusätzliches Angebot wird eine Teilnahme an den Protesten beim Abschiebeknast Büren vorgeschlagen. )

Vom 1.-3. Oktober 2010 tagen zeitgleich agljv und EJKW.


10. Abschluss

Nach einer Feedbackrunde, Mittagessen und gemeinsamem Aufräumen des Tagungshauses endet das 32. LJV-Treffen gegen 16 Uhr.