18.07.2004

19. LJV-Treffen in Unna

Kategorie: LJV-Treffen
Protokoll der ordentlichen Delegiertenversammlung der Landesjugendvertretung Westfalen e.V. (19. LJV-Treffen seit Gründung)   Anwesend: Delegierte aus den Kirchenkreisen (KK) Soest, Bochum, Unna, Dortmund-West

16. bis 18. Juli 2004

Protokoll der ordentlichen Delegiertenversammlung der Landesjugendvertretung Westfalen e.V. (19. LJV-Treffen seit Gründung)

Anwesend: Delegierte aus den Kirchenkreisen (KK) Soest, Bochum, Unna, Dortmund-West

1. Formalien:

1.1. Beschlussfähigkeit
Die Einladung zur Delegiertenversammlung ist allen Mitgliedern rechtzeitig zugegangen. Sie ist damit beschlussfähig.

1.2. Entlastung des Vorstandes:
Jens Wollesen berichtet über den Stand der Finanzen. Die Kassenprüfung und die Überprüfung der Geschäftsführung ergaben keine Beanstandungen. Die Delegiertenversammlung entlastet den Vorstand. Einstimmig.

1.3. Delegation in die AGLJV
Alexander Walberg bittet die Versammlung, ihn aus der Delegation zu entlassen, Lena Westkemper bleibt delegiert. Mit einstimmigem Beschluss werden Sebastian Grunwald als zweiter sowie Caro Peters als dritte LJV-Vertreter benannt.


2. Berichte:

2.1. Kinder- und Jugendprojektepreis Westfalen:
Caro Peters und Jens Wollesen berichten vom ‚Kinder- und Jugendprojektepreis’, bei dem die LJV die Ehrenamtlichen-Jury stellt. Die Arbeit verlief erfolgreich: bei einzelnen Projekten aus der Konfirmanden-Arbeit bzw. solchen mit starkem ehrenamtlichen Profil lieferten sich LJV’ler und Hauptamtlichen-Jury zum Teil heiße Diskussionen; die eigenen Positionen finden sich jetzt in einem guten Kompromiss wieder. Christoph Urban schlägt dem Vorstand vor, die Ehrenamtlichen-Jury als LJV-Projekt stärker zu bewerben. .

2.2. LJV-Homepage
Die LJV bereitet einen Neustart ihrer Homepage vor: flexibler, schicker und vor allem schneller soll der Internet-Service werden. Mit einem sog. content-management-system soll Jugendgruppen und –vertretungen ermöglicht werden, eigene Internetseiten ohne großen Aufwand über den LJV-Server einzustellen. Daneben ist ein dezentral organisierter News-Bereich geplant, mit dem alles Neue und Schöne aus der Welt der Jugendselbstvertretungen ruckzuck ins Netz gestellt werden kann. Der Neustart soll möglichst bis zur Konstituierung der EJKW erfolgen.

2.3. Jugendkammer und Landesjugendplan Der Vorsitzende berichtet vom Gefechtsstand in der Jugendkammer. Bei der letzten Sitzung ging es wieder einmal um die Verteilung der Mittel aus dem Landesjugendplan (LJPl), konkret um die weitere Förderung der evangelischen Jugendbildungsstätten in Westfalen. Die Debatte, in der es unter anderem um die Zusammenlegung von zwei der drei Einrichtungen geht, wurde auf den Winter vertagt: dann steht die nächste Verhandlungsrunde um den LJPl an. Der LJV-Vorstand veröffentlichte eine Stellungnahme, in der er eine grundlegende Neukonzeption der Jugendbildungsarbeit forderte: Spezialisierung der Einrichtungen auf bestimmte Kernthemen und eine Angebotspalette, die sich am Bedarf der Ehrenamtlichen orientiert.

2.4. LJV-Etat
LJV muss sein! Jens Wollesen berichtet, dass die aktuellen Sparmaßnahmen auch die Arbeit der LJV in Frage stellen. Diese finanziert sich derzeit fast ausschließlich über den LJPl. Der Vorstand erinnerte deshalb in einem Brief ans Landeskirchenamt daran, dass die LJV - als Reformprojekt der Kirchenjugend – zuallererst durch Kirche unterstützt werden müsse. Er stellte auch fest, dass die Kirchenleitung durch den Synodenbeschluss von 1997 (Jugendselbstvertretung solle gefördert werden) eine Verantwortung gegenüber dem Projekt LJV habe.

2.5. Öffentlichkeitsarbeit
Der LJV-Vorstand äußerte sich unter anderem zum Thema Ladenschlussgesetz. Er forderte die Abschaffung des Ladenschlussgesetzes und eine Ausweitung des Sonntagsschutzes. Eine weitere Stellungnahme wurde zum Thema Kopftuchdebatte veröffentlicht. Hier kritisierte der Vorstand insbesondere die einseitige Erwachsenen- und Behördenperspektive, die in den Verboten zum Ausdruck komme.


3. LJV-Grundsatzprogramm

3.1. Diskussion des Vorstandsentwurfes
Jens Wollesen stellt einen Entwurf des Vorstands vor, der die wesentlichen Stellungnahmen der LJV seit Gründung enthält. Bei erster Bearbeitung wird festgestellt, dass die Vorlage gekürzt, in einen einheitlichen Stil gebracht und um einige Themen erweitert werden soll. Hierzu benennen die Delegierten die Bereiche LJV-Arbeit, Politik und Bewahrung der Schöpfung sowie auf alter Beschlusslage Schule, Ökumene und Rassismus/Gewalt/Krieg.

3.2. Aufbau des Grundsatzprogrammes
Die Zweiteilung der Vorlage wird beibehalten: Den ersten Teil bilden die „Grundsätze“, den zweiten Teil die „Profilierten Bereiche“. Bei den Grundsätzen geht es zunächst um die Prinzipien der bewährten „LJV-Denke“: - Subsidiarität (= Fragen werden da entschieden, wo sie anfallen!) - Transparenz von Entscheidungen und Strukturen - Verantwortlichkeit von Vertretern gegenüber ihrem Souverän - offene Partizipation an Willensbildungsprozessen: wichtige Entscheidungen sollen nicht allein den Profis überlassen bleiben, sondern von allen getragen werden. Des weiteren sollen die Grundsätze auch Stellungnahmen zu solchen Themen enthalten, mit denen sich die LJV bisher noch nicht näher auseinandergesetzt hat. In den Profilierten Bereichen geht es um evangelische Jugend in Gemeinde und Jugendverband (Selbstorganisation), Jugendliche in der Kirche (Beteiligung an Presbyterium, Synode und Kirchenleitung, Pfarrbild und Kirchenaufbau) sowie Gottesdienst und Konfirmandenunterricht. Im Vordergrund soll dabei die Formulierung konkreter Arbeitsaufträge an die Landesjugendvertretung und ihre Mitglieder stehen.

3..3. Diskussionspunkte
- Zweck des Grundsatzprogramms:
entweder soll eine öffentlichwirksame „Bekenntnisschrift“ oder ein Leitpapier für die eigenen Mitglieder erstellt werden: als Richtlinie bei der Vorstands- und Öffentlichkeitsarbeit, in den Gremien usw. Die Frage blieb im Ergebnis unentschieden, jedenfalls soll der Text leicht lesbar und verständlich sein: also möglichst wenig präambelhafte Wendungen und Begriffsbestimmungen enthalten.

- Einigkeit wird darüber erzielt, dass jedes (getaufte) Gemeindemitglied das Presbyterium wählen und auch gewählt werden dürfe. Der Kompromissvorschlag, Eltern für ihre Kinder abstimmen zu lassen, stieß auf überwiegende Ablehnung.

- Der Begriff Ehrenamt wird abgelehnt: die Delegierten sehen die Kategorien HA / EA in erster Linie als Prägungen der Hauptamtlichen, um ihr besonderes Anstellungsverhältnis zu rechtfertigen. Aus der Sicht der Jugendmitarbeiter bezeichne der Begriff „Ehrenamt“ etwas selbstverständliches (das Engagement von Jugendlichen in ihrer Gemeinde).

- Diskutiert werden auch die Begriffe ev. Jugend - Jugendarbeit – Gemeindejugend / Junge Gemeinde. Christoph Urban: Jugendarbeit ist die Summe der Aktivitäten Jugendlicher in ihrer Kirche. Jens Wollesen kritisiert, der Begriff Jugendarbeit sei bereits stark aus der Perspektive der Erwachsenen-Kirche geprägt und bezeichne gemeinsame Freizeitbeschäftigungen als „Arbeit“. Er schlägt „evangelische Jugend“ als Oberbegriff vor und „Jugendarbeit“ (als - diakonischer - Dienst der Kirche an ihrer Jugend) sowie Gemeindejugend / Junge Gemeinde (für die selbstorganisierte Jugend iSd LJV) als Unterbegriffe. 3.4. Beschluss Bis Tagungsende konnte der Entwurf nicht abgeschlossen werden.

Beschluss: Die Vollversammlung beauftragt den Vorstand und die von ihm hinzugezogenen Dritten, auf der Grundlage der bereits fertiggestellten Teile, der gemeinsamen Diskussionen und den früheren Veröffentlichungen den Entwurf zu vervollständigen. Das Grundsatzprogramm soll noch vor der Evangelischen Jugendkonferenz (EJKW) als Arbeitshilfe für Mitglieder und EJKW- Delegierte veröffentlicht werden. Auf der Herbst-VV soll der Entwurf dann zur Abstimmung gestellt werden.


4. Gemeinsames Treffen zur Konstituierung der neuen EJKW mit Hauptamtlichen aus den Kirchenkreisen Unna und der EJKW - Delegation aus Dortmund-West (EA/HA)

Der Vorsitzende stellt die Genese der EJKW und den Stand der Planungen kurz vor. Das größte aktuelle Problem ist die Benennung der EJKW-Delegierten. Dies liegt vor allem an der zeitgleichen Neukonstituierung der Kreissynoden und – ausschüsse. Die Hauptamtlichen (HA) berichten von der Schwierigkeit, Jugendliche als Delegierte zu gewinnen. Jürgen Stemkowicz (Unna) berichtet, die aktuellen Einsparungen gefährdeten Arbeitsplätze der HA in Unna. Dies trage mit bei zu Frustration und fehlender Motivation, sich für die neue Struktur einzusetzen. Jens Wollesen merkt an, dass man praktisch keine Handhabe gegen Kirchenkreise habe, die ihrer Delegationspflicht nicht nachkämen. Verlässliches Engagement in den Gremien sei auch nur dann zu erwarten, wenn die EA bereits über konkrete Entscheidungskompetenzen verfügten.

Christoph Urban stellt die Struktur der EJKW im Zusammenhang mit dem ursprünglich favorisierten „Modell LJV“ vor (uA: landesweiter Zentral-Event mit parallelen Sitzungen aller Gremien). Es wird weiterhin diskutiert, welche Aufgaben die EJKW hat. Christoph Urban kritisiert das geplante „open-space-Konzept“, das nur wenig vom geplanten Ablauf erkennen lasse. Jens Wollesen meint, das Konzept sei jedoch gerade deshalb so offen, um den Fragen und Eingaben der Teilnehmer Raum zu lassen. Regina Kaiser (Dortmund) schlägt vor, auf der EJKW auch ein getrenntes Treffen von EA / HA zu veranstalten. Alexander Walberg fragt, ob eine nachträgliche Evaluation der Tagung geplant sei.


5. Sonstiges

5.1. Planung der nächsten Vollversammlungen:
a) Die VV Vlotho erneuerte die bestehende Beschlusslage, die Frühjahrstreffen der LJV im einem Gemeindehaus, das Sommertreffen als Event und die Herbsttreffen in einem Tagungshaus zu veranstalten. Der Vorsitzende schlägt hierzu vor, das Frühjahrstreffen als Rahmentagung für ein eintägiges EJKW-Treffen zu veranstalten. Beschluss: Die LJV forciert , die Frühjahrstagung mit einem eintägigen Treffen der neuen EJKW zu verbinden. Der Vorstand wird beauftragt, einen geeigneten Termin zu finden und auf der ersten EJKW im Oktober 2004 mit Ort und Rahmenprogramm als Vorschlag einzubringen.

b) Für die Sommer-VV 2005 stellt der Vorstand insgesamt fünf verschiedene Vorschläge zur Diskussion: - Jugenddorf auf Rügen - Campingplatz auf Ameland, Holland - esw-Haus in Domburg, Holland - Jugendherberge in Egmond, Holland - Wochenende in Amsterdam Beschluss: Die Versammlung beschließt mit überwiegender Mehrheit bei einigen Enthaltungen eine Fahrt mit Event-Charakter nach Amsterdam, möglichst über Christi Himmelfahrt.

5.2. Kirchentag
Die Vollversammlung beschließt unter dem Vorbehalt der Umsetzbarkeit, sich auf dem nächsten Kirchentag in Hannover am Gottesdienst-Angebot von biblioviel und Amt für Jugendarbeit zu beteiligen. In diesem Rahmen soll evt. ein eintägiges Westfalen-Cafe veranstaltet werden. Kostenpauschale Die LJV beschließt, Bürokosten (Telefon, Drucker etc.) von Vorstand und AG-Mitgliedern auf Antrag bis zu einer Höhe von 50 € pro Halbjahr pauschaliert zu erstatten. Die Pauschalen für die Geschäftsführung sind auf bis zu 100 € pro Halbjahr festgelegt.

Ende